Bill Clinton (79) hat eine Mitwisserschaft in der Causa Epstein von sich gewiesen. Bei seiner Befragung vor einem Untersuchungsausschuss beteuerte er, nichts von den Machenschaften des Pädokriminellen gewusst zu haben. Die mehrstündige Befragung sei „sehr produktiv“ gewesen, Clinton habe sich kooperativ gezeigt.
Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat am Freitag mehrere Stunden lang vor einem Ausschuss des US-Parlaments zur Epstein-Affäre ausgesagt. Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, bezeichnete die Befragung im Anschluss als „sehr produktiv“. Clinton habe versucht, jede Frage zu beantworten. Clinton hatte eingangs jede Kenntnis von Straftaten des im Jahr 2019 verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein bestritten.
In seiner Eröffnungsrede hinter verschlossenen Türen hielt der Demokrat fest: „Ich habe nichts gesehen und nichts Falsches getan.“ Der ehemalige Präsident erklärte gegenüber den anwesenden Abgeordneten, dass seine „kurze Bekanntschaft mit Jeffrey Epstein Jahre vor Bekanntwerden seiner Verbrechen endete“.
Clinton kann sich „nicht erinnern“
„Als jemand, der in einem von häuslicher Gewalt geprägten Elternhaus aufgewachsen ist, wäre ich nicht nur niemals mit seinem Flugzeug geflogen, wenn ich auch nur die geringste Ahnung von seinen Taten gehabt hätte – ich hätte ihn selbst hinter Gitter gebracht und mich an die Spitze der Bewegung gestellt, die Gerechtigkeit für seine Verbrechen fordert“, so Clinton. „Wir sind nur hier, weil er es so lange so gut vor allen verborgen hat.“
Seine Bekanntschaft mit Epstein sei nur kurz gewesen und habe geendet, Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht gekommen seien. Er habe während seiner begrenzten Kontakte „keinerlei Anzeichen“ für das tatsächliche Geschehen wahrgenommen.

„Werde nicht Detektiv spielen“
Er wolle unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei. „Sie werden mich oft sagen hören, dass ich mich nicht erinnere“, teilte Clinton mit. Spekulationen oder Mutmaßungen wolle er nicht äußern – er werde „nicht 24 Jahre später Detektiv spielen“.
Bekannt ist, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weißen Haus war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Flugzeug reiste. Comer sagte, Hillary Clinton habe bei ihrer Befragung am Vortag bei mindestens einem Dutzend Fragen auf ihren Mann verwiesen – und bei Fragen zu bestimmten Fotos „geschrien“. Sie sei „hysterisch“ gewesen.
Die nicht öffentliche Anhörung findet in Chappaqua im US-Staat New York statt, wo die Clintons leben. Die Republikaner kündigten an, die Videoaufzeichnung ihrer Befragung „so schnell wie möglich“ vollständig zu veröffentlichen.
Demokraten erhöhen Druck auf Trump
Während einer Pause der Befragung Clintons forderten Demokraten eine Aussage von Trump. Clinton beantworte „jede einzelne Frage“ ausführlich, nehme nicht das Aussageverweigerungsrecht in Anspruch und fühle sich dabei recht wohl, sagte der demokratische Abgeordnete Suhas Subramanian. Nun müsse auch Trump unter Eid vor dem Ausschuss erscheinen, statt nur Stellungnahmen in sozialen Medien zu verbreiten.
Die Demokraten warfen dem Weißen Haus eine „anhaltende Vertuschung“ vor. Trump wiederhole fortlaufend die „Lüge“, er sei entlastet worden. Den demokratischen Abgeordneten zufolge hält das Justizministerium Unterlagen illegal zurück und hat sogar Fotos und Videos – unter anderem von Handelsminister Howard Lutnick – gelöscht. Belege legten sie zunächst nicht vor.
US-Präsident Donald Trump drückte unterdessen sein Bedauern über die Epstein-Befragung von Ex-US-Präsident Clinton vor dem Ausschuss des US-Parlaments aus. „Ich mag ihn und es gefällt mir nicht, ihn unter Eid aussagen zu sehen“, sagte Trump vor Journalisten in Washington. Gleichzeitig behauptete er, dass er selbst deutlich stärker unter Druck gesetzt worden sei.
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