Sie ist cool, sehr klar in ihren Ansagen und wird wie ein frischer Wind auch durch alte Gassen des steirischen Bauerntums fegen: Ursula Reiter ist neue Landesbäuerin und forciert, dass Frauen selbst sich sichtbarer machen.
Für die nächsten fünf Jahre steht sie als Speerspitze den steirischen Landwirtinnen vor: Ursula Reiter, 50 plus („Warum sollte das Alter wichtig sein?“), wurde am Montag gewählt und ist „stolz darauf, dass mir die Kolleginnen diesen Job nicht nur zutrauen, sondern mich dezidiert als ihre Vertreterin sehen wollen“. Noch dazu „gerade mich“: sie, die gebürtige Ungarin, die Städterin, die „Zuagroaste“.
„Es gibt schon viele wie mich“
„Ich bin klassische Quereinsteigerin“, lächelt die Mutter zweier Kinder, die vor Jahrzehnten zu ihrem Mann Thomas auf den oststeirischen Bauernhof gezogen ist und seither mit ihm Äpfel, Holunder, Birnen kultiviert. Und: „Es gibt schon viele wie mich. Frauen, die aus ganz anderen Sparten kommen und den Hof von der Pike auf lernen wollen und müssen.“ Auch diese Neo-Landwirtinnen hat Reiter im Fokus. „Weil ich ihnen nahebringen möchte, was wir in diesem Bundesland alles an Angebot haben zu Aus- und Weiterbildung! Das sollte man nutzen, das bringt viel.“
Es gehe ihr sehr darum, Frauen zu stärken, zu vernetzen und sie auf den Weg zu bringen, sich selbst sichtbarer zu machen. Aber müsste die gelernte Tourismus- und PR-Fachfrau da nicht in den eigenen Reihen ansetzen? Das Bauerntum ist ja noch immer sehr „männlich“ – man muss sich nur anschauen, wer Schlüsselpositionen in der Kammer besetzt ...
„Keiner ist als Funktionär auf die Welt gekommen“
Reiter hat darauf eine Antwort, die man so nicht erwartet: „Es braucht halt dafür auch die Frauen, die in Gremien gehen und strategisch wichtige Stellen anstreben. Wie oft höre ich: ,Nein, das traue ich mir nicht zu, so was kann ich nicht, ich könnte nie vor Leuten reden.’ Das kann man aber alles lernen! Keiner ist als Funktionär auf die Welt gekommen.“
Aber darüber hinaus gehe es nicht um Sie oder Er, „es geht, auch auf den Höfen, um das Partnerschaftliche. Nur gemeinsam geht etwas weiter.“
Frauensolidarität kann gar nicht stark genug sein. Hinter jeder starken Frau steht immer eine ganze Riege beeindruckender Frauen mit Weitblick.
Ursula Reiter
Die Frau, die sieben Sprachen spricht, sich als weltoffen und modern sieht, möchte diese Einstellung auch unter die Leute bringen und in die Öffentlichkeit tragen. „Wir Frauen haben bereits eine Stimme. Ich möchte, dass sie lauter wird.“
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