Kämpfe in Ostukraine
Blutigster Tag der “Anti-Terror-Operation”
Eine genaue Anzahl der Getöteten und Verwundeten auf beiden Seiten konnte auch Vladyslav Selezinov, der Sprecher der "Anti-Terror-Operation", nicht nennen. Auf ukrainischer Seite sei nach derzeitigem Wissensstand ein Mann getötet und einer verwundet worden, sagte Selezinov am Vormittag. Die "Terroristen" hätten das Feuer eröffnet, als die ukrainischen Kräfte ihren Standort wechselten. Es habe eine Explosion gegeben.
Andriy Parubiy vom Nationalen Ukrainischen Verteidigungsrat sprach wenig später von "schweren Angriffen" von Separatisten an vier verschiedenen Orten. Die Regierung geht in der Region seit Wochen militärisch gegen Separatisten vor. In der selbst ernannten "Volksrepublik Lugansk" riefen die Russland-treuen Machthaber das Kriegsrecht aus. Dies gelte, bis die prowestliche Führung ihre Truppen abziehe, kündigte ein Sprecher an.
NATO sieht erste Anzeichen für russischen Truppenabzug
Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in der Ukraine am kommenden Sonntag sieht die NATO unterdessen erste Anzeichen für einen Teilabzug russischer Truppen aus dem Grenzgebiet zum Nachbarland. Es gebe Truppenbewegungen, die darauf hindeuten könnten, dass sich einige Einheiten auf einen Abzug vorbereiten, teilte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag mit.
"Wir haben gestern Abend eine begrenzte russische Truppenbewegung in der Nähe der ukrainischen Grenze gesehen", sagte Rasmussen. Dies könne darauf hindeuten, "dass einige dieser Truppen den Rückzug vorbereiten". Für eine Beurteilung sei es zu früh, aber er hoffe, dass es der Beginn eines vollständigen Abzugs sei. Die meisten Einheiten blieben aber bisher im Grenzgebiet zur Ukraine. "Und wir sehen fortgesetzte russische Manöver in diesem Gebiet", so Rasmussen.
Nach Angaben der NATO hat Russland zwischen 35.000 und 40.000 Soldaten im Grenzgebiet zur Ukraine stationiert. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte wiederholt angekündigt, die Truppen aus dem Gebiet zurückzuziehen. Bisher hatte die NATO stets erklärt, dass sie für einen solchen Schritt keine Anhaltspunkte habe.
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