Der Stahlkonzern Voestalpine hat sein Prüfzentrum in Linz um 24 Millionen Euro umgebaut und kann nun doppelt so viele Materialanalysen durchführen wie zuvor. Der hohe Grad an Automatisierung geht zulasten des Personalbedarfs.
Bevor der Stahl der Voestalpine zum Kunden kommt, dreht er im Werk in Linz noch eine Schleife. Denn am Ende jeder Produktionsanlage schneidet eine Art Schere rund einen halben Meter des Materials ab. Ein Roboter entnimmt die Probe und legt sie in ein Transportgerät. So gelangt der Stahl in das werkseigene Prüfzentrum, wo die Qualität getestet wird. Entspricht sie den vom Kunden geforderten Normen, wird der Stahl zum Versand freigegeben.
Investition von 24 Millionen Euro
Rund 6000 solcher und ähnlicher Tests werden täglich abgewickelt – vor dem im Vorjahr abgeschlossenen Umbau des Prüfzentrums waren es etwa halb so viel. „Wir haben in die Weiterentwicklung unseres Prüfzentrums rund 24 Millionen Euro investiert“, sagt Hubert Zajicek, Leiter der Steel Division der Voestalpine. „Der hohe Automatisierungsgrad ermöglicht stabile, nachvollziehbare Prozesse und maximale Reproduzierbarkeit. Durchlaufzeiten, die früher mehrere Tage dauerten, liegen heute meist unter acht Stunden.“
Durchlaufzeiten, die früher mehrere Tage dauerten, liegen heute meist unter acht Stunden.

Hubert Zajicek, Leiter der Steel Division der Voestalpine
Bild: Markus Wenzel
Automatisierung verringert Lagerzeit und Personalbedarf
Durch die kürzere Testdauer kann die Voestalpine die Lagerzeiten des Stahls reduzieren und schneller ausliefern. Die andere Seite dieser Automatisierungs-Medaille trifft die Mitarbeiter. Zwar blieb der Personalstand des 4300 Quadratmeter großen Prüfzentrums mit 45 Beschäftigten – sie arbeiten im Schichtbetrieb – bis auf wenige Ausnahmen nahezu unverändert, doch der Konzern sparte sich Neuanstellungen – schließlich werden mit der gleichen Mitarbeiteranzahl nun doppelt so viele Prüfungen durchgeführt.
Prüfung von Oberfläche und Festigkeit
Getestet wird im neuen Prüfzentrum unter anderem die Oberflächenrauheit des Stahls. Das ist für viele Kunden insofern wichtig, als das Material von ihnen oftmals lackiert wird. Ebenfalls überprüft wird die Festigkeit und Zähigkeit des Stahls. Getestet wird hauptsächlich für die Steel Division der Voest. Sie machte zuletzt einen Jahresumsatz von 5,8 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 10.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Vergleich: Der Umsatz des gesamten Konzerns lag im letzten Geschäftsjahr bei 15,7 Milliarden Euro.
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