Weltraum-Ballerei

Quake IV

Spiele
31.01.2006 16:58
Freunden der gepflegten Schießerei dürfte der Ego-Shooter "Quake" längst ein Begriff sein. Bislang kamen aber meist nur Besitzer eines Hochleistungs-Computers in den Genuss der Weltraum-Ballerei. Mit "Quake IV" gibt es jetzt erstmals eine Adaption für die Xbox360.

Wer bereits die ersten Quake-Teile spielte, der dürfte bereits Bekanntschaft mit den fiesen Stroggs gemacht haben. Diese garstige Rasse – halb Alien, halb Maschine – gilt es im vierten Teil der Quake-Reihe endgültig zu vernichten. Unzählige Marines begeben sich deshalb in die Höhle des Löwen, um die Stroggs auf ihrem Heimatplaneten die Hölle heiß zu machen.  

Als Spieler schlüpfen wir dabei in die Rolle von Jack Keane, der, gerade erst auf dem Planeten angekommen, schon mittendrin im Schlachtengetümmel steckt. Überall kracht und explodiert es, so dass die Luft förmlich vor Blei glüht. Wir machen uns erst einmal aus dem Staub und versuchen zu unserem Team aufzuschließen. Haben wir die Jungs gefunden, geht der Spaß erst richtig los. 

Flankiert von den Marines, die uns tatkräftig zur Seite stehen, bahnen wir uns unseren Weg durch die typischen dunklen Gemäuer. Lampen flackern, Elektroleitungen liegen blank und sprühen Funken, überall dampft es und unheilvoll klingende Geräusche durchschneiden die Luft. Man kennt das ja. Anders als bei "Doom" ist "Quake IV" jedoch um einiges freundlicher ausgefallen. Zum einem liegt das an den "hübscheren" (weniger Blut verschmierten) und helleren Umgebungen, zum anderen wird der Spieler oft von Soldaten begleitet, die ihn im Notfall auch medizinisch versorgen können. Munition gibt es zudem reichlich, so dass der Spieler nicht "hungern" muss.

Mit der Munition gefüttert werden, wie es sich für einen guten Shooter gehört, wieder unzählige Waffen: Von Pistole über Maschinengewehr und Schrotflinte bis hin zum Granatenwerfer wird das volle Programm geboten. Jede Waffe verfügt über eine Primär- und eine Sekundär-Funktion. Im weiteren Spielverlauf können umherschwirrende Marine-Techniker die Waffen auch noch upgraden. Sehr praktisch ist, dass in die Standardwaffen eine Taschenlampe bereits integriert ist. Der Spieler muss also nicht, wie bei "Doom 3", ständig zwischen Waffe oder Licht im Dunkeln wählen.

Was die zu lösenden Aufgaben und Missionen anbelangt, so kann man bei "Quake IV" nicht von einer intellektuellen Herausforderung sprechen. Mal gilt es bestimmte Marines zu finden oder zu beschützen, einen alternativen Eingang zu finden oder irgendetwas in die Luft zu jagen. Der Spieler muss meist lediglich einige Knöpfchen drücken oder Schalter umlegen, was dem Spielspaß aber keinen einen Abbruch tut. Hier handelt es sich eben um einen Shooter der alten Schule. Für Abwechslung sorgt neben einigen Fahrzeug-Missionen, in denen der Spieler auch Panzer fahren darf, dann ein kleiner Wandel in der Story: Wir geraten in die Fänge der Stroggs, werden "assimiliert" und geistern von nun an ebenfalls als Alien-Roboter-Kreatur durch die Gänge. Obwohl wir nun auf Alien-Technologie zurückgreifen können, so kämpfen wir – na klaro – noch immer für die gute Seite.

Grafisch kann die Xbox360-Version nicht ganz mit der PC-Ausgabe mithalten. Dennoch ist die Grafik, auch im Vergleich zu anderen 360-Spielen, ausgezeichnet und vor allem sehr stimmungsvoll. Das ist auch kein Wunder, beruht doch alles auf der "Doom 3"-Engine, die schon mehr zu überzeugen wusste. Auch der Sound steht der Grafik in nichts nach: Schon alleine das mechanische Klacken der Waffen sorgt für ein breites und zufriedenes Grinsen im Gesicht. Die Steuerung ist perfekt, weil einfach und präzise, und lässt somit keine Wünsche übrig. Natürlich wäre "Quake IV" nicht ein Quake-Spiel, wenn nicht auch ein Online-Multiplayer-Modus vorhanden wäre.

Fazit: Hirn ausschalten und ballern: Trotz des einfachen Prinzips macht "Quake IV" jede Menge Spaß und bietet dank toller Grafik und perfektem Sound eine packende und dichte Atmosphäre. Wer sich bisher bei "Doom 3" vor Angst in die Hosen machte, der kann bei "Quake IV" beruhigt zugreifen und wird sicher nicht enttäuscht werden. 

Plattform: Xbox360 (getestet), PC
Publisher: Activision
Krone.at-Wertung: 84%


von Sebastian Räuchle

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