Wieder Lawinenalarm, wieder in St. Anton: Dienstagmittag wurde im Bereich Galzig ein Wintersportler von Schneemassen erfasst und verschüttet. So lautete die Erstmeldung. Später stellte sich heraus, dass ein Freerider im freien Gelände brutal gestürzt war. Der Mann starb im Krankenhaus. Gleich darauf ereignete sich ein tatsächliches Lawinenunglück in Ischgl.
Das vermeintliche Lawinenunglück in St. Anton passierte kurz vor 12 Uhr im Bereich des Maiensees unter den Maienköpfen (1905 m). Alles war bereits für einen Lawinensucheinsatz in die Wege geleitet worden. Doch: es gab keine Lawine, wie sich erst kurze Zeit später herausstellte.
Ein Wintersportler war im freien Gelände gestürzt und im Tiefschnee stecken geblieben. Augenzeugen hatten zunächst einen Lawinenabgang gemeldet. Der Freerider wurde letztlich von Notarzthubschrauber Gallus 3, der ein Wetterfenster nutzte, geborgen und ausgeflogen. Laut Polizei erlitt der Mann lebensgefährliche Verletzungen. Er starb wenig später im Spital.
Lawineneinsatz in Ischgl
Im Bereich der „Berglealpe“ oberhalb des Ischgler Ortsteils Mathon ging gegen 12.30 Uhr eine Lawine ab. Drei befreundete deutsche Tourengeher im Alter von 56, 31 und 28 Jahren waren zuvor von Galtür nach Ischgl gefahren, um dort aufgrund der Wetterlage und bereits geschlossener Pisten eine Skitour zu unternehmen.
Die Tourengeher hielten dabei Abstand voneinander, um die Schneedecke möglichst wenig zu belasten.
Ermittler der Polizei
„Zum Unfallzeitpunkt befand sich die Gruppe im Aufstieg. Die Tourengeher hielten dabei Abstand voneinander, um die Schneedecke möglichst wenig zu belasten“, heißt es seitens der Polizei. Während der 56‑jährige eine Spitzkehre ausführte, löste sich rund 20 bis 30 Meter oberhalb seiner Position ein Schneebrett. Die Lawine erfasste den 56‑Jährigen sowie die 28‑Jährige und riss beide mit sich. Trotz ausgelöstem Lawinen-Airbag wurden beide vollständig verschüttet.
Der 31‑jährige Begleiter blieb vom Lawinenabgang verschont und begann sofort mit der Verschüttetensuche. Es gelang ihm, beide Personen rasch zu orten und auszugraben.
Hubschrauber flog Verletzten aus
Der 56‑jährige Tourengeher wurde im Bereich des rechten Oberschenkels verletzt und wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen. Die 28‑jährige sowie der 31‑jährige blieben unverletzt.

Verbreitet Lawinengefahrenstufe 4
Die Situation auf den Bergen bleibt extrem angespannt. Die Gefahrenstufe 4 – große Gefahr – wurde am Dienstag laut Land aufgrund der anhaltenden Niederschläge auf weitere Regionen ausgeweitet. Betroffen sind zusätzlich die Ammergauer Alpen Süd, Grieskogelgruppe, Samnaungruppe, Kaunergrat, Kühtai-Geigenkamm, Sellrain-Alpeiner Berge, Glockturmgruppe, Weißkugelgruppe, Gurgler Gruppe sowie die Stubaier Alpen Mitte.
Ebenfalls Lawinenwarnstufe 4 gilt weiterhin in den Regionen Lechtaler Alpen, Mieminger Gebirge, Allgäuer Alpen Ost, Karwendelgebirge West, Verwallgruppe sowie Silvrettagebirge Ost.
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