Erster Blick
Gespenstisches 9/11-Museum eröffnet in New York
US-Präsident Barack Obama wird das 9/11-Museum einweihen, danach steht es sechs Tage lang lediglich Opfern und Angehörigen der Terroranschläge offen. Sie sollen im Stillen trauern können. Am 21. Mai schließlich wird das Museum für die Öffentlichkeit freigegeben.
Zuvor durften lediglich Journalisten einen ersten Blick auf die ganz besonderen Museumsstücke werfen. Und die wirken gespenstisch. So ist etwa ein Feuerwehrwagen zu sehen, der von Trümmern halbiert wurde - all seine elf Insassen wurden beim Einsatz im World Trade Center getötet. Auch die abgerissene Tür eines Polizeiautos ist zu sehen, genau wie verwaiste Fahrräder vom Nordturm.
Gezeigt werden aber auch Teile der gewaltigen Stahlkonstruktion des World Trade Center, die sich der Wucht des Aufpralls und der gewaltigen Hitze des Feuers geschlagen gab. Auch die gerissenen Stahlseile eines Aufzugsmotors zeugen von der Zerstörungskraft des Terroranschlags. Von den entführten Flugzeugen sind ebenfalls nur noch Teile übrig, wie etwa das zerkratzte und verkohlte Stück Stahl rund um ein Fenster.
Museum erinnert an Opfer und Helden
Dazwischen finden sich immer wieder Erinnerungsstücke, die direkter an die vielen Opfer erinnern, als es Maschinen und Stahl könnten - sei es der Slipper eines Fluggastes oder ein zerstörter Feuerwehrhelm. Die fast 3.000 Toten werden zudem mit Porträts und Profilen beschrieben. Überdies warten 2.000 Erzählungen von Überlebenden, Ersthelfern und Familienangehörigen der Opfer auf die Museumsbesucher. So erinnert sich etwa die Mutter eines Opfers daran, wie sie am Vortag der Anschläge mit ihrer Tochter in einem Restaurant des World Trade Center Geburtstag feierte.
Doch auch über die Täter wird berichtet, neben Fotos und Hintergründen über die Al-Kaida und Osama bin Laden findet sich zum Beispiel der Laptop eines der Terroristen unter den Museumsstücken.
Kontroverse begleitet Eröffnung
In der US-amerikanischen Öffentlichkeit erntet das Museum trotz der extensiven Bemühungen nicht nur Zuspruch. So beschweren sich manche über den gesalzenen Eintrittspreis von 24 Dollar, andere empfinden es als Affront, dass das Museum unterirdisch gebaut wurde. Insbesondere beklagen sich einige jener Familien, die nie die Leichen ihrer Angehörigen erhielten, weil diese in Schutt und Asche nicht mehr zu identifizieren waren (siehe Story in der Infobox). Die sterblichen Überreste dieser Opfer finden nun in einem nicht öffentlich zugänglichen Teil des Museums ihre letzte Ruhestätte.
Die Kosten für das Museum und den darübergelegenen Erinnerungsplatz liegen den Museumsbetreibern zufolge bei 700 Millionen Dollar. Pro Jahr kommen etwa 60 Millionen für den laufenden Betrieb dazu, davon allein zehn Millionen Dollar für Sicherheitsvorkehrungen.
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