KV-Streit in Gastro

„Schmalzbrot um 14 Euro nicht mit Löhnen erklären“

Wirtschaft
06.02.2026 22:42

In der Gastronomie und Hotellerie sind die Fronten verhärtet, die Kollektivvertragsverhandlungen wurden schon vor dem Start auf Eis gelegt. Gewerkschafter Roman Hebenstreit wünscht sich Bewegung von den Branchenvertretern. Für seine scharfe Kritik entschuldigen will er sich weiterhin nicht. 

Stein des Anstoßes war ein offener Brief des vida-Chefs gewesen, in dem er zahlreiche Missstände in der Branche anprangerte. Die Arbeitgebervertreter zeigten sich empört und entgegneten, man lasse sich nicht „unter Generalverdacht stellen“. 

„Fakten von Betroffenheiten trennen“
Entschuldigen will sich Hebenstreit allerdings weiterhin nicht, wie er am Freitagabend in der „ZiB 2“ des ORF festhielt: „Die Branche leidet nicht durch das Aufzeigen von Missständen, sondern sie leidet an den Missständen selbst. Man kann sich echauffieren, aber man muss Fakten von Betroffenheiten trennen.“

Hebenstreit hatte Sozial- und Lohndumping, bewusstes „Zwischenparken“ von Personal beim AMS, aber auch die missbräuchliche Verwendung von COFAG-Fördergeldern kritisiert. Auch dies wiederholte er am Freitag: „Wir haben es leider im Tourismus immer wieder mit derartigen Fällen zu tun.“ Aber auch in der Gastronomie gebe es Missstände: „Beim Frequency 2024 ist Catering-Personal in den Wald geflüchtet, als eine Kontrolle der Finanzmarktaufsicht kam.“

Gewerkschafter Hebenstreit will die Gastro-Branche wachrütteln.
Gewerkschafter Hebenstreit will die Gastro-Branche wachrütteln.(Bild: APA/MAX SLOVENCIK)

In den letzten Jahren seien immer mehr Malversationen auch durch mediale Recherche aufgedeckt worden. „Wir brauchen scharfe Kontrollen, härtere Sanktionen und Gütesiegel in Verbindung mit manipulationssicherer Software zur Arbeitszeitaufzeichnung“, so der Gewerkschafter. Es gehe darum, „redliche Unternehmen zu schützen und Schwarze Schafe dingfest zu machen“. 

Kein Abschluss unter Inflation
Sollte es zu KV-Verhandlungen kommen, beharrt Hebenstreit auf einem Abschluss, der keinesfalls unter der Inflation liegt: „Eine Branche, die 8,70 Euro für Cappuccino verlangt und weiter nach billigeren Arbeitskräften schreit, sollte langsam darüber nachdenken, wie man zum einen den Beschäftigten den Respekt erweist, als auch redliche Unternehmen schützt.“

In Bezug auf ein jüngst viral gegangenes Video rund um die Preise auf Tiroler Berghütten meinte Hebenstreit abschließend: „Ein Schmalzbrot um 14,50 Euro lässt sich einfach nicht mehr mit den Löhnen argumentieren.“

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