"Wie eigene Töchter"
US-First-Lady empört sich über Nigeria-Geiseldrama
"Wir sehen ihre Hoffnungen, ihre Träume - und wir können uns die Qualen vorstellen, die ihre Eltern jetzt durchmachen", so die First Lady, die vor wenigen Tagen mit dem Twitter-Aufruf #BringBackOurGirls (siehe Story in der Infobox) Menschen rund um den Globus in dem Entführungsdrama mobilisiert hatte, in ihrer Radioansprache.
Das Verbrechen hätten Terroristen begangen, die den Mädchen Schulbildung verweigern wollten. Viele Eltern in Nigeria zögerten nun, ihre Kinder zur Schule zu schicken, weil sie Angst hätten, dass ihnen etwa geschehe. Was in Nigeria geschehe, sei aber kein Einzelfall. Weltweit gingen 65 Millionen Mädchen nicht in die Schule, sagte Michelle Obama. Ihr Ehemann habe der Regierung in Nigeria jede Hilfe angeboten, um die Mädchen zu finden und nach Hause zu bringen.
US-Expertenteam hilft bei Suche nach den Mädchen
Unterdessen gab das US-Außenamt erstmals Details zu dem nach Nigeria entsandten Expertenteam bekannt. Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte am Freitag, dass sieben Militärangehörige des US-Regionalkommandos für Afrika sowie ein Experte des Außenministeriums vor Ort seien. Am Samstag sollten zudem drei FBI-Polizisten sowie vier weitere Mitarbeiter des Außenministeriums und der US-Entwicklungshilfebehörde USAID in Abuja eintreffen.
Das US-Team werde die Ermittlungen unterstützen und bei Verhandlungen zur Geiselbefreiung helfen. Außerdem würden die Experten das nigerianische Militär bei seinen Einsatzplanungen beraten sowie Geheimdienstinformationen bereitstellen. In der US-Botschaft in Abuja wurde den Angaben zufolge ein Krisenzentrum eingerichtet.
US-Sprecherin: "Es ist eine Herausforderung, die Zeit drängt"
"Es ist eine Herausforderung, die Zeit drängt", sagte Psaki. "Wir werden alles Mögliche tun, aber angesichts der Umstände ist es schwer." Auch US-Außenminister John Kerry wollte keine Garantie abgeben, dass die Mission der US-Experten erfolgreich sein wird. In einer Diskussion mit jungen Afrikanern auf dem Onlinedienst Twitter warnte er, noch sei es "zu früh" zu sagen, ob die Mädchen gefunden würden.
Zu dem Verbrechen haben sich islamistische Terroristen der Gruppe Boko Haram bekannt. Die Mädchen waren vor knapp einem Monat verschleppt worden. Bis heute fehlt von ihnen jede Spur. In einem Bekennervideo hieß es, sie sollten als Sklavinnen verkauft werden. Boko Haram, die im muslimisch geprägten Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten will, hat seit 2009 zahlreiche schwere Anschläge mit über 6.000 Toten verübt.
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