"Tag des Sieges"
Pomp in Moskau, Putin-Besuch auf der Krim
An symbolischem Wert nicht zu überbieten, landete der Kremlchef just am wichtigsten russischen Feiertag in der Stadt Sewastopol auf der Krim, wo ebenfalls Feierlichkeiten abgehalten werden. Es ist Putins erster Besuch auf der Krim seit dem international nicht anerkannten Anschluss.
Wie im russischen Fernsehen zu sehen war, fuhr Putin in Begleitung von Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Hafen von Sewastopol auf einem weißen Boot ein Dutzend russischer Kriegsschiffe ab. Es entspreche der "historischen Wahrheit", dass die Krim zu Russland zurückgekehrt sei, sagte Putin in einer kurzen Ansprache.
Er gratulierte den in Paradeuniformen angetretenen Mannschaften zum "69. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg". Die Soldaten auf den Schiffen antworteten mit Hurra-Rufen, während sich auf den Kais Tausende Menschen drängten. Nach der Inspektion der Kriegsschiffe flogen mehrere Geschwader von Kampfflugzeugen in Formation über die Stadt. Putin hatte am Vormittag in Moskau die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz vor dem Kreml abgenommen.
Kiew wertet Putins Besuch auf der Krim als "Provokation"
Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hatte die offiziell nicht angekündigte Visite Putins bereits im Vorfeld als "Provokation" kritisiert. Die Stadt begeht zeitgleich zum 69. Jubiläum des Kriegsendes auch den 70. Jahrestag der Befreiung. Sowjetische Truppen hatten Sewastopol am 9. Mai 1944 von der deutschen Wehrmacht zurückerobert. In der Ukraine selbst wurden die meisten Paraden abgesagt, die Feiern fanden überwiegend in einem kleineren Rahmen statt.
NATO-Chef Rasmussen: Krim nach wie vor ukrainisches Gebiet
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bezeichnete die Teilnahme Putins an den Feiern zum Tag des Sieges über Hitler-Deutschland auf der Krim als "unangemessen". Die Schwarzmeer-Halbinsel sei nach internationalem Recht weiterhin ukrainisches Gebiet, Putin besuche sie ohne eine Einladung der Kiewer Regierung, sagte Rasmussen.
Die NATO halte die Annexion der Halbinsel durch Russland für rechtswidrig und erkenne sie nicht an, so Rasmussen. Der NATO-Chef bekräftigte zudem, es sei weiterhin kein Abzug russischer Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine zu erkennen. Er warf Putin vor, internationales Recht zu missachten.
USA "akzeptieren die illegale Annexion der Krim nicht"
Kritik am Krim-Besuch Putins gab es auch aus Washington. "Wir akzeptieren die illegale Annexion der Krim durch Russland nicht. Dieser Besuch wird nur die Spannungen verschärfen", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Laura Magnuson.
Putin: "Der 9. Mai ist und bleibt unser wichtigster Feiertag"
Zuvor hatte Putin der Militärparade in Moskau anlässlich des "Tages des Sieges" beigewohnt. "Das ist ein Feiertag, an dem die über alles siegende patriotische Kraft triumphiert, an dem wir alle besonders stark fühlen, was es bedeutet, dem Mutterland treu zu sein und wie wichtig es ist, für unsere Interessen einzustehen", so Putin. "Der 9. Mai war, ist und bleibt unser wichtigster Feiertag", sagte der Kremlchef bei der live im Staatsfernsehen übertragenen Waffenschau.
Der Präsident versprach den Veteranen ein ewiges Andenken: "Wir sind stolz auf Sie", sagte Putin. Von der Ehrentribüne aus beobachteten auch zahlreiche mit Orden behangene Kriegsteilnehmer die Parade. Putin betonte, der eiserne Wille des sowjetischen Volkes habe Europa vor der Sklaverei gerettet. Die Krise in der Ukraine erwähnte er nicht.
11.000 Soldaten sowie Panzer und Raketen auf Rotem Platz
Rund 11.000 russische Armeeangehörige nahmen an der militärischen Machtdemonstration auf dem Roten Platz teil. Bei Sonne und blauem Himmel marschierten Tausende Soldaten zur Musik von Blaskapellen. Begleitet wurden sie von Panzern, Raketen und anderen Militärfahrzeugen über den Platz vor dem Kreml, während 69 Kampfflugzeuge und Hubschrauber über die russische Hauptstadt donnerten. 151 Einheiten schwerer Militärtechnik fuhren auf, darunter atomar bestückbare Interkontinentalraketen.
Die russische Führung nutzt den 9. Mai traditionell für patriotische Reden und Gesten. Ähnliche Paraden gab es am Freitag auch in vielen anderen Städten des Landes.
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