Viele Frauen fühlen sich beim Joggen im Dunklen unwohl. Drei Läuferinnen haben in Graz einen „Run Club“ gegründet, um für ein besseres Sicherheitsgefühl zu sorgen – eine Idee, die in den sozialen Medien einschlägt.
Jede bekommt ein bunt blinkendes Haarband, und dann geht auch das Aufwärmen schon los. Mehr als 20 (vor allem junge) Frauen haben sich am Montagabend vor der Grazer Oper versammelt, um gemeinsam joggen zu gehen. Viele von ihnen sind zum ersten Mal bei einer Laufgruppe dabei. „Ich fühle mich unsicher, wenn ich abends alleine laufe“, sagt Fabia. „Es ist keine Entspannung.“ Viele bleiben überhaupt zu Hause, sobald es dunkel wird. „Ich mach‘s einfach nicht“, erwidert Ajla.
Nicht nur Sicherheit spielt eine Rolle. Drei Studentinnen aus Schweden haben sich der Laufgruppe angeschlossen, weil sie die besten Strecken in Graz und neue Freundinnen kennenlernen wollen. „Wir haben auf TikZok vom Girls Run erfahren“, sagen sie.
Sicherheit als wichtigster Aspekt
Als Nadine Fasching und Paula Rublé im Sommer den Laufclub „Girls Run Graz“ gegründet haben, ging es eigentlich darum, die Gemeinschaft in den Fokus zu rücken. „In vielen Run Clubs, in denen Männer dabei sind, geht es um die Geschwindigkeit. Wir wollten den Druck herausnehmen“, sagt Franziska Schenner, die den „Girls Run“ mitorganisiert.
Im Winter rechneten die Läuferinnen damit, dass das Interesse zurückgehen würde – aber das Gegenteil war der Fall, die Teilnehmer haben sich zuletzt mehr als verdoppelt. „Der Sicherheitsaspekt ist ein großer Grund, wieso jetzt viele kommen.“ Auch sie selbst hätten sich alleine oft unwohl gefühlt, erzählen Fasching und Rublé. „Ich habe immer die Musik abgedreht und hatte oft das Gefühl, dass mir jemand nachläuft.“
In der Regel läuft die Gruppe am Montagabend fünf bis sechs Kilometer – jede in ihrem Tempo. „Keine muss alleine laufen“, sagt Fasching. Am Wochenende stehen längere Läufe mit bis zu 15 Kilometern oder gemeinsames Hyrox-Training an. Danach trinkt man Kaffee oder einen Spritzer. „Es sind auch schon Freundschaften entstanden.“ So muss niemand mehr alleine laufen.
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