Kultur bleibt ein Magnet – selbst in Zeiten voller Umbrüche. Eine neue Studie im Auftrag der OÖ Landesregierung zeigt: Das Interesse an Kulturangeboten ist ungebrochen, doch die junge Generation braucht frische Zugänge und stärkere Ansprache. Die Studie fragt auch, was besser ankam: Kulturhauptstadt oder KulturEXPO Anton Bruckner? Und es gibt Neues zum Musikschulwerk.
Wie kommt Kultur in Oberösterreich an? Das untersuchte die OÖ Landesregierung zuletzt 2019 – und jetzt wieder. Denn seit damals hat sich die Welt doch massiv verändert. Eine brodelnde Weltpolitik und schrumpfende Budgets sind allgegenwärtig, die Pandemie wirkt immer noch nach. Haben die Landsleute dennoch Lust auf Kultur?
Das Market-Institut befragte 1000 Personen, die sowohl die Generationen als auch die Zusammensetzung der Bevölkerung repräsentieren. Das Erfreulichste: Bei der „kulturellen Attraktivität“ liegt Oberösterreich gleich hinter Wien auf Platz 2 im Bundesländerranking. Im knappen Überblick (siehe auch Grafik) halten 75 % das kulturelle Angebot im Land für wichtig bzw. sehr wichtig (2019 waren es 85%).
Tradition, Brauchtum und Theater
„Drei Viertel der Bevölkerung geben die Zustimmung, dass wir ein Kulturland sind. Und es gibt deutlich den Wunsch, dass wir das sind“, fasst Landeshauptmann Thomas Stelzer zusammen. Die wichtigsten Kulturbereiche (wichtig/sehr wichtig) sind Theater, Brauchtum, Museum, aber auch Kabarett, Musical und Bibliotheken. Brauchtum und Tradition werden aktuell von 39 % sogar als „sehr wichtig“ gesehen, während Theater auf 37 % kommt. Ein neuer Trend. Aber ob die Schere hier noch weiter auseinandergeht, wird erst die nächste Kulturstudie zeigen.
Schere zwischen Generationen wird größer
Die Bedeutung des Kulturangebots wird von den Generationen jedoch unterschiedlich eingeschätzt. Während 87 % der über 60-Jährigen Kultur große Bedeutung beimessen, sind es bei den unter 30-Jährigen nur mehr 53 %.
Vermittlung als Brücke zu den Jungen
„Das bedeutet für uns Arbeitsaufträge, besonders im Hinblick auf junge Menschen. Wir haben in den letzten Jahren begonnen, verstärkt auf Kulturvermittlung zu setzen, besonders bei den Großformaten communale und KulturEXPO. Das wird auch heuer und nächstes Jahr so sein“, sagt Stelzer dazu.
Vermittlung ist ein Dauerthema: Wie ist unsere Kommunikation? Wie zeigen wir den Landsleuten, was wir haben? Wie machen wir es erlebbar?
Landeshauptmann Thomas Stelzer
Wieviele Musikschulen braucht das Land?
Beim Thema „Kooperation“ ist das Landesmusikschulwerk ein Flaggschiff. „Es gibt zunehmend eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Regelschulen und den Hochschulen“, betont Stelzer. Auch wird das Angebot laufend evaluiert.
Das Landesmusikschulwerk, das seit der Gründung 1977 auf mittlerweile 68 Hauptstandorte und 89 Zweigstellen angewachsen ist, bindet aber auch mit 95 Millionen Euro einen großen Brocken im Kulturbudget. Wie geht es weiter, fragt die „Krone“: „Was den Ausbau des Musikschulwerks anlangt, sind wir jetzt auf dem Stand, den wir halten und festigen wollen“, so Stelzer. Auch die Breite wolle man halten, derzeit lernen 36.350 Schülerinnen/Schüler ein Instrument.
Die KulturEXPO Anton Bruckner und die Kulturhauptstadt im Salzkammergut – beide Events fanden im Jahr 2024 parallel statt – kamen insgesamt gut an, wobei die EXPO als „Motor für Kultur“, der viele Gemeinden eingebunden hatte, noch etwas bessere Noten bekam. „Das Miteinander, dass verschiedene Anbieter etwas gestalten, wird offensichtlich honoriert“, sagt Stelzer. Das ist übrigens auch bei der bevorstehenden communale 2026 (ab 17. April) das Konzept, denn elf Gemeinden sind eng eingebunden.
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