Mit rund 257.380 Besuchern im Vorjahr ist die Bilanz der Landes-Kultur GmbH zufriedenstellend: „Wir sind nicht das Belevedere“, betont der wissenschaftliche Leiter Alfred Weidinger, sondern, „ein Speicher für künftige Generationen.“ Gerüchte, dass das Budget überzogen sein sollte, wurden noch einmal ausgeräumt, die „Krone“ klärte hier bereits auf.
Sammeln, bewahren, forschen – so lautet „der Großauftrag der Landes-Kultur-GmbH für das Land Oberösterreich“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer.
Es gehe nicht nur um die Erhaltung und Bespielung der Häuser in Linz und in der Region (u. a. das OK, das Francisco Carolinum, das Biodiversitätszentrum und das „Flaggschiff“ Schlossmuseum), sondern auch um die aufwendige Erforschung der Landesgeschichte, der Natur und Kultur des Landes, um zeitgenössische Kunst und Volkskultur sowie um Bewahrung, Erhaltung und letztlich um die Vermittlung dieser vielen Bereiche.
Nicht nur auf Tourismus ausgerichtet
Dass der Rechnungshofbericht beschauliche Besucherzahlen sowie Eigenerlöse bemängelt, nimmt man als Anregung, aber: „Wir sind kein Tourismusmuseum wie das Belvedere – dieser Vergleich wäre nicht zulässig“, kontert Alfred Weidinger, wissenschaftlicher Geschäftsführer.
Schon bei den Eintrittspreisen würde ein Vergleich hinken: Im Schlossmuseum zahlt man 6,50 Euro für Erwachsene, Senioren haben freien Eintritt, während man im Belvedere 32 bzw. 25 Euro berappen muss. „Dass die Eintritte bei uns kostengünstig bis gratis sind, darüber gibt es auch eine Übereinstimmung in der Landesregierung über alle Parteigrenzen hinweg“, betont Stelzer. Kultur soll möglichst breit und „barrierefrei“ zugänglich sein.
Keine Überziehung des Budgets
Auch dem Vorwurf der Überziehung beim Ankaufsbudget, der hartnäckig kolportiert worden ist, erteilt man einstimmig eine Abfuhr: „Das Gesamtbudget wurde nie überschritten – innerhalb des Budgetrahmens wurde umgeschichtet – und das ist zulässig“, so der Landeshauptmann.
Viele Unternehmen und Institutionen (z. B. Schulbudgets) funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Umschichtungen innerhalb des Budgets, wenn einzelne Ansätze mehr Geld benötigen. Die „Krone“ hat darüber stets korrekt berichtet. Der Rechnungshofbericht enthält übrigens auch gar keine konkrete Kritik an den Finanzen.
Besucherzahl kleiner als im Kulturhauptstadtjahr
Insgesamt zeigt man sich mit dem abgelaufenen Jahr 2025 zufrieden. Man zählte 257.380 Besucher gesamt, insgesamt wurden 17 Standorte berücksichtigt. Der Einbruch im Schlossmuseum (68.559 statt 80.000 wie im Jahr 2024) soll wieder aufgeholt werden, nennt Manfred Mandl-Kiblböck, kaufmännischer Geschäftsführer, als Ziel.
Weitere Herausforderungen bei einem aktuellen Gesamtbudget von 26,2 Mio. Euro – keine Steigerung gegenüber 2025 – seien „die Inflation, die Valorisierung der Personalkosten, und wir wollen das Controlling sowie die Analyse der einzelnen Standorte weiter verbessern“.
Die Schenkungen und Ankäufe der vergangenen Jahre werden derzeit in eine Datenbank eingepflegt. Im ersten Quartal 2026 werde ein großer Komplex online (onlinecollections.ooekultur.at) gehen, kündigte Mandl-Kiblböck an.
Ars Electronica zieht ins Kulturquartier ein
Das Francisco Carolinum setzt 2026 den Schwerpunkt „200 Jahre Fotografie“. Im Herbst wird hier die Linzer Ars Electronica ihre preisgekrönten Arbeiten zeigen. Da die Postcity nicht mehr zur Verfügung steht, wird das Ars-Festival ins OK einziehen. Bereits im März ist dort der Upcycling-Designer Peter Fellner zu Gast.
Dirndl und die Waldhexe
Im Schlossmuseum Linz erhält der große Linzer Maler Dietmar Brehm eine Personale, zudem widmet man sich Tracht und Dirndl. Im Juni wird eine kostenlose Ausstellung zur Archäologie eröffnet.
Die Besuchermagneten in der Region
Die Ausstellungen im Marmorschlössl und im Kaiserpark Bad Ischl, wo im Vorjahr Erwin Wurm das Zugpferd war, zählten 2025 zusammen rund 50.400 Besucherinnen und Besucher.
Wie geht es hier weiter? In das Marmorschlössl in Ischl zieht ab Mai die Biennale-Künstlerin Jakob Lena Knebl ein – wir haben darüber berichtet. Sie wird weiblichen Märchen- und Bibelfiguren (Archetypen) in surrealen Installationen neues Leben einhauchen. Skandale sind gut möglich.