Während viele Wirte den „Tag des Herrn“ längst aus dem Kalender gestrichen haben, geht Christian Meixner einen anderen Weg. Im traditionsreichen „Schiefen Apfelbaum“ in Linz wird künftig wieder aufgesperrt – ein Schritt, der weniger mit Nostalgie als mit ganz praktischen Überlegungen zu tun hat. Warum dieser Entschluss gefallen ist, erklärt er im Gespräch mit der „Krone“.
Da freut sich der hungrige Genießer: Die Praterstelze dampft, die Schwarte kracht, und schon beim ersten Schnitt ist klar: Das hier ist kein Museumsstück, sondern gelebte Wirtshauskultur.
Seit 1270 in der Hanuschstraße beheimatet
Der „Schiefe Apfelbaum“ ist kein Wirtshaus wie jedes andere. Seit 1270 wird im Haus in der Hanuschstraße ausgeschenkt, gegessen und diskutiert – und damit ist es das älteste Wirtshaus von Linz. Generationen von Gästen sind hier ein- und ausgegangen, vom einfachen Arbeiter bis zum honorigen Bürger, vom Stammtischler bis zum Sonntagsausflügler.
Haumannskost ohne Schnörkel
Nach wechselvollen Jahren ist mit Christian Meixner im vergangenen Sommer ein Wirt zurückgekehrt, der das Haus kennt wie kaum ein anderer. Er hat der Institution das wiedergegeben, was sie einst so groß gemacht hat: ehrliche Küche, gelebte Gastfreundschaft und Beständigkeit. Die Karte ist kurz, deftig und bodenständig. Es gibt Hausmannskost ohne Schnörkel: Bratl, Schnitzel, Kasnock’n, Gulasch – genau so, wie es die Gäste seit Generationen kennen.
„Wir sperren sonntags wieder auf!“
Mit dem Geschäft ist er zufrieden. „Für mich war es im Vorjahr ein Nachhausekommen. Am Anfang hat es natürlich ein wenig gedauert, bis sich alles eingespielt hat, aber jetzt läuft das Werkl. So gut sogar, dass der „Schiefe Apfelbaum“ ab Februar auch wieder sonntags aufsperrt“, freut sich Meixner zu verkünden.
Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe
Eine Nachricht, die nicht nur Stammgäste freuen wird. Denn echte Wirtshäuser, die am Tag des Herrn ihre Pforten offenhalten, sind äußerst rar geworden. Zu den traditionsreichsten Ausnahmen zählen etwa das Gasthaus „Alte Welt“ am Hauptplatz, der „Gasthof Lüftner“ in Urfahr, die „Goethestub’n“ in der Dinghoferstraße oder der „Klosterhof“. Mit der Sonntagsöffnung schlägt Meixner im „Schiefen Apfelbaum“ gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Unter der Woche macht ihm aktuell eine riesige Baustelle am Areal zu schaffen – Parkplätze sind dadurch für Gäste, die nicht mit den Öffis oder dem Fahrrad kommen, oft Mangelware. Am Sonntag hingegen ist das weniger Thema. „Da ist’s entspannter“, verrät der Wirt.
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