Falsche Krebs-Diagnose

Ärzte-Pfusch: Die Nebenjobs des Gynäkologie-Chefs

Oberösterreich
28.01.2026 14:16

Nach dem „massiven Versagen“ am Kepler Uniklinikum Linz rücken leitende Ärzte in den Fokus: Warum wurde jene Patientin (30), der Anfang August eine gesunde Gebärmutter entfernt worden ist, erst Wochen später über die falsche Diagnose informiert? Und warum dauerte es Monate, bis die Krankenakte übermittelt werden konnte?

Der Fall der Katharina Wolle, die ihre Leidensgeschichte am Dienstag via „Krone“ öffentlich machte, emotionalisiert die Bevölkerung: Während Politiker von einem „massiven Versagen“ sprechen, zieht sich das Kepler Universitätsklinikum auf den Standpunkt zurück: Es habe kein Fehlverhalten gegeben; die Ärzte hätten auf Basis einer kontaminierten Gewebeprobe in der Pathologie gehandelt, die – leider – in 0,01 bis drei Prozent der Fälle vorkommen können.

Wochenlange Ungewissheit
Besonders schwer wiegt der Umgang der führenden Linzer Mediziner mit der Patientin: Katharina Wolle war am 5. August im Kepler Klinikum operiert worden. Doch die für den 13. August telefonisch vereinbarte Befundbesprechung blieb aus. Wochenlang ließ die Klinik Wolle in dem Glauben, an Krebs erkrankt zu sein, obwohl es intern bereits am 21. August deutliche Hinweise auf eine Fehldiagnose gab.

Es habe kein Fehlverhalten gegeben, heißt es aus der Klinik.
Es habe kein Fehlverhalten gegeben, heißt es aus der Klinik.(Bild: Werner Pöchinger)
Professor Peter Oppelt, Vorstand der Gynäkologie am Kepler Uniklinikum
Professor Peter Oppelt, Vorstand der Gynäkologie am Kepler Uniklinikum(Bild: Krone KREATIV/Markus Wenzel, Horst Einöder)

Erst am 16. September schenken ihr drei Professoren, darunter Peter Oppelt, der Leiter der Gynäkologie, in einem persönlichen Gespräch reinen Wein ein: Sie sei gesund. Mehr noch: Sie sei immer gesund gewesen. Allein: Die Krankenakte mit den Entlassungsbriefen wurde nicht überreicht – die könne von einem Anwalt angefordert werden, hieß es.

Ende September fordert Wolles Rechtsvertreter Rainer Hable mit einer Vollmacht alle Unterlagen an. Erst Mitte Oktober erhält er diese. Darin zeigt sich: Noch wenige Tage davor hatte Professor Peter Oppelt, der Chef der Gynäkologie, daran gearbeitet.

Vielbeschäftigter Primar
Diese späte Fertigstellung verwundert. Doch offensichtlich ist der Gynäkologie-Vorstand am Kepler Uniklinikum ein viel beschäftigter Mann: Oppelt betreibt nebenbei eine Privatpraxis. Darüber hinaus ist der Professor für Frauenheilkunde seit Dezember 2024 mit 16,8 Prozent an einem Start-up beteiligt, das sich mit der Entwicklung eines Endometriose-Tests beschäftigt. Dort fungiert Oppelt als „Chief Medical Officer“.

Was sagt die Kepler Klinik zu den Nebentätigkeiten ihres Gynäkologie-Chefs? 

„Die Nebenbeschäftigungen von Professor Oppelt wurden gemeldet und genehmigt“, heißt es aus der Kommunikationsabteilung. „Die Tätigkeiten entsprechen der Organisationsverfügung für Nebenbeschäftigungen und Nebentätigkeiten.“

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