Dieser Erlebnisbericht eines europäischen Premierministers hat politische Sprengkraft! Der slowakische Robert Fico soll Amtskollegen beim EU-Gipfel in der vergangenen Woche in drastischen Worten vom psychischen Verfall von Donald Trump berichtet haben, nachdem er ihn in Florida getroffen hatte.
Das berichtet das Brüsseler Nachrichtenportal „Politico“ unter Berufung auf fünf namentlich nicht genannte europäische Diplomaten aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten. Fico habe sich nach dem Treffen mit Trump „traumatisiert“ gezeigt und als einen Menschen beschrieben, der „außer sich“ sei. Fico soll den US-Präsidenten auch als „gefährlich“ bezeichnet haben.
Das Gespräch fand am Rande eines EU-Notgipfels statt, der angesetzt wurde, um die transatlantischen Beziehungen nach Trumps Drohungen zur Übernahme Grönlands zu diskutieren. Fico äußerte sich in einem kleinen Kreis von EU-Staatschefs und Spitzenbeamten, nicht in der offiziellen Runde.
Fico bestreitet Berichterstattung
Der slowakische Regierungschef bestreitet, beim EU-Gipfel über Trumps Gesundheitszustand gesprochen zu haben, und betont, dass er während der Sitzung nicht das Wort ergriffen habe.
„Ich muss die Lügen des Portals Politico entschieden zurückweisen, wie ich bei einem informellen Gipfel in Brüssel mein Treffen mit US-Präsident D. Trump bewertet haben soll. Niemand hat etwas gehört, niemand hat etwas gesehen, es gibt keine Zeugen – dennoch sah Politico keinen Grund, mit Falschmeldungen herauszukommen“, schrieb der slowakische Regierungschef am Mittwoch auf X.
Fico erklärte, dass er „beim informellen Gipfel in Brüssel nicht das Wort ergriffen“ habe, und fügte hinzu: „Mit vielen Strategien des US-Präsidenten stimme ich überein, mit einigen nicht. Ich hatte offen gestanden erwartet, dass mein Besuch in den USA nach meiner scharfen Äußerung zu Venezuela abgesagt wird. Dies geschah nicht, daher schätze ich das Treffen mit dem US-Präsidenten umso mehr.“
Die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, sagte gegenüber „Politico“: „Dies sind absolut falsche Berichte von anonymen europäischen Diplomaten, die versuchen, relevant zu erscheinen. Das Treffen in Mar-a-Lago war positiv und produktiv.“
Treffen fand fünf Tage vor dem EU-Gipfel statt
Das Treffen in Trumps Residenz in Florida fand am 17. Jänner statt, einige Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel am 22. Jänner. Trump trat am Tag vor dem Treffen der europäischen Führer beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf, wo er unter anderem über den Erwerb von Grönland sprach und dass er es im Austausch für die Unterstützung der NATO haben wolle.
Laut „Politico“ äußerte Fico seine Bedenken über Trumps Zustand in informellen Gesprächen mit anderen Gipfelteilnehmern hinter verschlossenen Türen. Es ist unklar, worüber Fico konkret mit dem US-Präsidenten gesprochen hat und was genau seine Besorgnis über Trumps psychische Gesundheit auslöste. Seine genauen Worte konnten nicht ermittelt werden.
Fico gehört zu den europäischen Politikern, die eine ähnliche Sicht auf die Entwicklungen in der Europäischen Union haben wie der amtierende US-Präsident. Auch während des Treffens kritisierte er nach eigenen Angaben Brüssel.
Fico war laut Koalitionspartner „schockiert“
Er wollte auch die Aussagen seines Koalitionspartners von der Slowakischen Nationalpartei (SNS), Andrej Danko, nicht kommentieren, der sagte, Fico sei nach dem Treffen mit Trump „schockiert“ gewesen. Danko hatte das Thema bereits vor „Politico“ angesprochen.
In den USA und der Europäischen Union wird zunehmend über die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten diskutiert. Laut „Politico“ werden Sorgen um seinen Gesundheitszustand in Brüssel „rasch zu einem immer häufigeren Gesprächsthema auf allen Ebenen“.
Der 79-Jährige hat wiederholt und nachdrücklich bestritten, an einer Krankheit zu leiden, die seine kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt. Erst diese Woche sagte er dem „New York Magazine“, er leide nicht an Alzheimer, nachdem ihm das Wort nicht eingefallen war.
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