In Wien erfroren kürzlich zwei obdachlose Männer, das Kältetelefon klingelte dort zuletzt rund 450-mal am Tag. In Linz schafft das Kältetelefon des Vereins B37 Abhilfe – doch wie sieht es in OÖ außerhalb der Landeshauptstadt aus? Die Grünen orten Lücken in der Versorgung und konfrontieren damit den zuständigen Landesrat.
Es ist mitten in der Nacht, die Temperaturen in einer oberösterreichischen Bezirkshauptstadt liegen weit unter null. Ein desorientierter Mann ruft am Stadtplatz um Hilfe und hat vermeintlich Glück: Eine Passantin ruft am Kältetelefon an – doch das steht in Linz, und man sei auch nur für die Landeshauptstadt zuständig, heißt es – man könne dem Mann nicht helfen.
Anfrage im Landtag
Diese Episode, die ihr zugetragen worden sei, veranlasst die Sozialsprecherin der Grünen, Ines Vukajlović, zu hinterfragen, ob Oberösterreich Hilfe für von Kälte Betroffene ausreichend gewähren kann. Im Landtag stellt sie am kommenden Donnerstag diesbezüglich eine Anfrage an den zuständigen Landesrat Christian Dörfel (ÖVP).
Wie Landesrat Dörfel sicherstellen wird, dass niemand in der Kälte zurückgelassen wird, werden wir hoffentlich durch diese Anfrage erfahren.
Ines Vukajlović, Sozialsprecherin der Grünen OÖ
Flächendeckendes Kältetelefon
Mit auf den Weg schickt sie zwei Forderungen: Erstens müsse das Kältetelefon flächendeckend und durchgehend erreichbar für ganz Oberösterreich eingerichtet werden. Zweitens müssten die Betroffenen rasch und ohne bürokratischen Aufwand zu einer Unterkunft kommen.
Denn auch das war bei dem eingangs erwähnten Obdachlosen nicht unmittelbar der Fall: Nur mithilfe der Polizei war es möglich, den Mann in einer regionalen Einrichtung unterzubringen. „Gerade wenn es bis zu minus 29 Grad in Oberösterreich hat, muss die Priorität sein, einen warmen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Es kann nicht sein, dass Menschen in der Kälte gelassen werden, weil sie Bedingungen nicht erfüllen“, sagt Vukajlović.
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