30.04.2014 20:27 |

Mann starb qualvoll

Weißes Haus: "Hinrichtung war unmenschlich"

Nach der misslungenen Hinrichtung, bei der ein Mörder in den USA an einem Herzinfarkt gestorben ist, hat sich jetzt auch das Weiße Haus in der Causa zu Wort gemeldet: Die qualvolle Exekution des 38-Jährigen mit einer Giftinjektion entsprach demnach nicht menschenwürdigen Standards. Der Fall hatte in den USA eine Welle der Empörung ausgelöst.

Selbst wenn die Todesstrafe angemessen sei, müsse sie auf humane Weise vollstreckt werden, stellte US-Regierungssprecher Jay Carney am Mittwoch klar. Clayton Lockett (kl. Bild), der eine 19-jährige Frau ermordet hatte, war am Dienstagabend erst 43 Minuten nach der Verabreichung einer nicht erprobten Giftmischung an einem Herzinfarkt gestorben (siehe Story in der Infobox).

"Ich denke, jeder würde anerkennen, dass dieser Fall hinter diesem Standard zurückblieb", kritisierte Carney als offizieller Vertreter des Weißen Hauses die misslungene Exekution. Eine Untersuchung des Justizministeriums werde es seiner Kenntnis nach aber nicht geben.

Obama hält an Todesstrafe bei "abscheulichen" Taten fest
Zugleich ließ Carney wissen, dass US-Präsident Barack Obama weiter an der Todesstrafe festhalte. Es gebe zwar Belege, dass die Kriminalitätsrate in den USA durch die Todesstrafe nur bedingt gesenkt werde, Obama glaube aber dennoch, dass die Todesstrafe bei einigen "abscheulichen" Straftaten angemessen sei, so der Sprecher. Das gelte auch für den Fall von Lockett, dessen Todeskampf in den USA für Empörung sorgte.

Ein anderer Todeskandidat, der Anfang des Monats in Oklahoma hingerichtet worden war, hatte nach der Injektion des umstrittenen Mittels gesagt, er fühle "den ganzen Körper brennen". Im Bundesstaat Ohio wiederum war am 16. Jänner ein Mann mit einer anderen unerprobten Giftmischung hingerichtet worden und hatte dabei laut Augenzeugen mindestens zehn Minuten mit dem Tod gerungen und nach Luft geschnappt (siehe Story in der Infobox), bevor er schließlich starb.

Debatte um neue und unerprobte Giftmischungen
Bei Hinrichtungen in den USA wird in jüngster Zeit vermehrt das offiziell nicht zugelassene Betäubungsmittel Pentobarbital verwendet. Die US-Strafvollzugsbehörden haben bei den Mitteln für die Giftspritzen seit längerem Nachschubprobleme, da sich die europäischen Hersteller der Präparate weigern, diese weiter für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Mehrere US-Bundesstaaten haben daher neue und nicht erprobte Giftmischungen von nicht bundesweit zertifizierten Herstellern ausprobiert. Menschenrechtsaktivisten machen geltend, dass solche Mittel "unnötigen Schmerz" verursachen können - was ein Verstoß gegen die Verfassung wäre.

Zahl der Hinrichtungen in den USA zurückgegangen
Die Zahl der Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. 2013 wurden 39 Häftlinge hingerichtet. Im Jahr davor waren es 43 gewesen. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 wurden mehr als 1.300 Menschen hingerichtet. Derzeit befinden sich rund 3.100 zum Tode Verurteilte in US-Gefängnissen.

In 18 der 50 US-Bundesstaaten wurde die Todesstrafe bisher abgeschafft. Erst vor zwei Wochen hatte der Bundesstaat Washington Hinrichtungen bis auf Weiteres ausgesetzt. Gouverneur Jay Inslee erklärte, die Anwendung der Todesstrafe sei widersprüchlich und ungerecht. "Es gibt zu viele Zweifel, zu viele Fehler im System. Und wenn es darum geht, über den Tod zu entscheiden, steht zu viel auf dem Spiel, um ein unvollkommenes System zu akzeptieren", so der Demokrat.

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