Österreich setzt sich gemeinsam mit Frankreich und weiteren europäischen Staaten für eine EU-weite Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ein. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig werden beim heutigen Agrar- und Fischereirat eine entsprechende Initiative Frankreichs unterstützen.
Ziel der Initiative ist eine Überarbeitung der EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Damit soll mehr Transparenz für Konsumenten entstehen und heimische hochqualitative Lebensmittel sollen erkennbar werden. Transparenz sei kein Luxus, sondern ein Grundrecht der Konsumenten. „Wer einkauft, soll wissen, was drin ist – und woher es kommt. Und wer regionale Qualität liefert, darf am Markt nicht benachteiligt werden“, so Königsberger-Ludwig.
Vorteile für heimische Landwirte
Die Politik erwartet durch mehr Transparenz Vorteile für die heimischen Bauern, die qualitativ hochwertige Lebensmittel zu hohen Standards produzieren. Denn nur, wenn die Herkunft transparent ist, sind informierte Entscheidungen möglich. „Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks durch neue Handelsabkommen ist es wichtig, dass sich Konsumenten bewusst für rot-weiß-rote Lebensmittel entscheiden können“, so Totschnig.
Was fordern Österreich und seine Partner konkret?
Frankreich hat gemeinsam mit mehreren EU-Mitgliedstaaten ein Non-Paper vorgelegt, das die Europäische Kommission auffordert, die EU-Verordnung 1169/2011 zur Lebensmittelinformation rasch zu überarbeiten. Österreich unterstützt diesen Vorstoß vollinhaltlich. Konkret geht es darum, die Herkunftskennzeichnung auf deutlich mehr Lebensmittel auszuweiten – insbesondere auf verarbeitete Produkte und Lebensmittel mit zusammengesetzten Inhaltsstoffen, bei denen die Herkunft aktuell kaum nachvollziehbar ist. Die derzeitige Praxis, lediglich zwischen „EU“ und „Nicht-EU“ zu unterscheiden, ist nicht ausreichend.
Der Österreichische Bauernbund erneuert in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in der Gastronomie. Konsumenten müssen auch außer Haus klar und einfach erkennen können, woher Fleisch, Milch, Eier und weitere sensible Produkte stammen. Herkunft muss auf den ersten Blick erkennbar sein, damit die Menschen am Wirtshaustisch genauso Bescheid wissen wie beim Einkauf im Supermarkt.
Im Wiener Schnitzel soll österreichisches Fleisch sein
„Es kann nicht sein, dass Gäste ein Wiener Schnitzel bestellen und am Ende Kalbfleisch aus dem Ausland, etwa aus den Niederlanden, am Teller liegt“, betont Bauernbund-Direktorin Corinna Weisl. Europas Landwirtschaft steht unter massivem Druck. Sinkende Erzeugerpreise, steigende Kosten, hohe Auflagen und zunehmender Importdruck belasten die Betriebe. Gleichzeitig verschärfen internationale Handelsabkommen den Wettbewerb besonders dann, wenn Produkte aus Drittstaaten mit niedrigeren Produktionsstandards in den europäischen Markt drängen, warnen die Landwirte.
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