Das Thema Einheimischen-Tarife ist in Zeiten von EU und Gleichbehandlung ein schwieriges. Dennoch gäbe es Ideen und Lösungsansätze. Der nächste Anlauf zur Entlastung der Bevölkerung wurde im Ausschuss des Tiroler Landtages aber erneut abgewürgt! Die Kritik von Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler scheint sich zu bestätigen.
Sage und schreibe knapp 1400 Euro würde sich eine Familie mit zwei Kindern pro Wintersaison ersparen. Und zwar dann, wenn das sogenannte „Montagnolli-Modell“ für Einheimischen-Tarife umgesetzt würde. Am Donnerstag der Vorwoche wurde ein Antrag der Liste Fritz – übrigens nicht der erste – im zuständigen Ausschuss des Tiroler Landtages behandelt.
Quasi ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann. Doch leider nützte man ihn auch dieses Mal nicht. Die mahnenden Worte von Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler im großen „Krone“-Interview kommen einem da wieder in den Sinn: „Der ÖVP fehlt das Gespür für die wahren Probleme in diesem Land!“
Bis zur Unkenntlichkeit verwässert
Der Antrag der Liste Fritz zur Wiedereinführung der Einheimischen-Tarife wurde von den Regierungsparteien durch einen Abänderungsantrag bis zur Unkenntlichkeit verwässert und somit faktisch beerdigt – wie LA Herwig Zöttl nach der Sitzung zusammenfasste. Und weiter: „Was hier passiert ist, ist kein seriöser Umgang mit einem echten Problem, sondern eine gezielte Blockade! ÖVP und SPÖ haben den Antrag nicht einmal ansatzweise inhaltlich zur Kenntnis genommen, sondern stattdessen vertagt, verschoben und ignoriert.“
In den Augen der Liste Fritz machen die Regierungsparteien deutlich, dass sie an einer Lösung der Einheimischen-Tarife überhaupt kein Interesse haben. Gerade in Zeiten massiver Teuerungen in nahezu allen Lebensbereichen zeige die schwarz-rote Landesregierung, dass sie nicht gewillt ist, sich ernsthaft für Entlastungen einzusetzen.
Im Prinzip wie ein modernes, bewährtes Kundenkartenprogramm. Die Kundenkarte oder App eines Tiroler Energieversorgers dient als Zugangsschlüssel zu Vorteilen bei Freizeitpartnern wie Bergbahnen, Bäder, Zoos oder Museen. Technisch würde sich ein White-Label-System anbieten: keine teure Neuentwicklung, sondern eine bestehende Plattform, die man an Tirol anpasst. Der Betreiber kann ein Energieversorger sein, das Land oder eine neutrale Agentur. Wichtig sind klare Verträge, klare Governance und ein Pflichtenheft, das Zugangsoffenheit und Datenschutz von Anfang an fixiert.
„Wischi-Waschi-Abänderungsantrag“
Auch Liste-Fritz-Bezirkssprecherin Gabi Madersbacher übt scharfe Kritik: „Während ÖVP und SPÖ reden, vertagen und sich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag Zeit lassen, zahlen die Tirolerinnen und Tiroler sprichwörtlich die Zeche. Der schwarz-rote ,Wischi-Waschi-Abänderungsantrag’ ist völlig substanzlos.“ Außerdem sei auch keine rechtliche Abklärung notwendig, zumal mehrere EU-Experten bestätigt haben, dass das „Montagnolli-Modell“ nicht diskriminierend und EU-konform ist.
Grüne: Eine Kombikarte für Seilbahn und Öffis
Auch die Grünen wollen die Einheimischen-Tarife zurück – doch sie haben einen anderen Ansatz. Sie verlangen eine Koppelung mit den Öffi-Tickets. „Bereits 190.000 Tirolerinnen und Tiroler haben eine VVT-Karte. Der große Vorteil wäre hier, dass wir zum einen die Öffis weiter pushen, was sich positiv auf die Taktung und Verkehrsentlastung auswirkt, und andererseits profitieren auch die Bergbahnen davon. Jeder kennt die überlastete Parkplatzsituation und die Staus zu den Skigebieten. Ein günstiges Kombi-Ticket für alle Verkehrsmittel – also Bus und Seilbahn – wäre finanziell eine große Erleichterung. Hier lassen sich für eine Familie locker 1000 Euro einsparen“, wirbt der Grüne Klubobmann Gebi Mair für seine Idee.
Der VVT soll in der Folge als Landesunternehmen die Abwicklung übernehmen. „Wer schon selbst keine guten Ideen hat, sollte zumindest zugreifen, wenn sie andere am Silbertableau servieren“, sagt Gebi Mair in Richtung Tiroler Landesregierung.
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