Sterbenden missbraucht

Anklage nach Todesdrama bei Sexparty im Club

Gericht
26.01.2026 06:00

Statt einem Wiener zu helfen, soll ein Barkeeper aus einem Szene-Club im 4. Bezirk sich an dem aufgrund einer Drogenüberdosis Sterbenden vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen drei Männer erhoben.

Der Club in Wien-Wieden rühmt sich damit, ein Ort zu sein, an dem sich Gleichgesinnte ausleben können. Am 4. Oktober artet eine Sexparty jedoch völlig aus. Nach seinem Feierabend um vier Uhr in der Früh veranstaltete nämlich der Barkeeper des Clubs seine eigene private Feier – und lud zwei Bekannte ein.

Ohnmächtig nach „Poppers“
Stundenlang konsumierte man Drogen miteinander. Alkohol, Kokain und besonders „Poppers“ – ein Suchtgift, das in der Homosexuellenszene sehr beliebt ist. Und auch brandgefährlich. Durch die gefäßerweiternde Wirkung sinkt der Blutdruck nämlich rasch – das Resultat ist oft Ohnmacht. Und genau das passierte mit dem späteren Opfer.

Statt zu helfen, einfach wild weitergefeiert
Festgehalten wurden die folgenden schockierenden Szenen von einer Überwachungskamera: Statt dem Mitte 40-jährigen Mann zu helfen, der regungslos am Boden liegen blieb, sollen die anderen zwei gefühllos weitergefeiert haben – bis der zweitangeklagte 53-Jährige den Club um 7.15 Uhr in der Früh verließ.

Das Opfer konsumierte Alkohol, Kokain und „Poppers“ – eine beliebte, aber gefährliche ...
Das Opfer konsumierte Alkohol, Kokain und „Poppers“ – eine beliebte, aber gefährliche Szene-Droge.(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com/Bruno Passigatti wikimedia.org)

Übergriff nach Überdosis
Und der Barkeeper? „Zwar brachte er dem Opfer Wasser und einen zuvor zubereiteten Kaffee und blickte immer wieder zu ihm“, so die Staatsanwaltschaft Wien. Doch Hilfe holte der Österreicher nicht. Stattdessen verging er sich an dem „vollkommen hilflosen, jedoch noch atmenden“ Mann. Fast eine Stunde nach dem Übergriff alarmierte der Erstangeklagte die Rettung – erst nachdem er noch einen weiteren Bekannten eingeladen hatte, der auch mit ihm Sex hatte.

Anwalt Zaid Rauf vertritt den erstangeklagten Barkeeper.
Anwalt Zaid Rauf vertritt den erstangeklagten Barkeeper.(Bild: PHILIPP STELZEL)
Anwalt Sascha Flatz verteidigt den Zweitangeklagten, der sich nicht schuldig bekennt.
Anwalt Sascha Flatz verteidigt den Zweitangeklagten, der sich nicht schuldig bekennt.(Bild: Eva Manhart)

Als die Einsatzkräfte schließlich eintrafen, konnten sie das Opfer nicht mehr retten. Alle drei Teilnehmer der Sexparty sehen sich deswegen jetzt mit einer Anklage wegen Unterlassung der Hilfeleistung konfrontiert.

Der Barkeeper muss sich außerdem wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person verantworten. Sein Verteidiger Zaid Rauf bestätigt gegenüber der „Krone“, dass sein Mandant sich tatsachengeständig verantwortet: „Das ist einfach ein Drama.“ Einen Prozesstermin gibt es noch nicht.

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