Nach 22 Jahren läuft der Vertrag des ORF-Nahost-Korrespondenten Ende Juni aus. Im ersten Interview nach dieser Entscheidung spricht Karim El-Gawhary (62) über Abschied und Neubeginn, Kampagnen gegen und für ihn und seinen Platz zwischen zwei Welten, der immer ein Minenfeld war.
„Moment!“, ruft Karim El-Gawhary, als ich ihn am Handy in Kairo erreiche. Er kocht gerade und muss erst die Gemüsepfanne vom Herd nehmen. Dann sprechen wir über dieses Interview. Es findet drei Tage später – wieder am Telefon – statt, er hat gerade einen Beitrag für die „ZiB“ fertiggestellt. „Jetzt sitze ich in meiner Wohnung, die auch mein Büro ist, und blicke auf einen wunderschönen sonnigen Tag und den Nil.“
Die „Stimme des Nahen Ostens“ klingt sonor wie immer. „Ich habe selber mal gerudert auf dem Nil“, fährt er fort, „du gehst morgens um sieben die Stufen über die Böschung runter, kriechst in das Boot und bist mitten auf dem Wasser. Von der wuselnden Stadt hörst du nur noch ein entferntes Rauschen. Rudern auf dem Nil gehört zum Schönsten, was man in Kairo machen kann.“ Der Anblick des Nils habe immer etwas Beruhigendes, fast Friedliches, sagt der Korrespondent, der seit mehr als drei Jahrzehnten von den Brennpunkten des Nahen Ostens berichtet. Diesen Blick wird er bald nicht mehr haben, weil er dieses Büro verlieren wird.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.