Nazi-Sager ohne Ende

Berlusconi: Beppe Grillo “erinnert mich an Hitler”

Ausland
29.04.2014 10:57
Nach seinen umstrittenen KZ-Aussagen von vergangener Woche hat Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi am Dienstag nachgelegt. Der rechtskräftig wegen Steuerbetrugs verurteilte Medienunternehmer verglich in einem Interview mit dem TV-Sender "Canale 5" den Gründer der populistischen Oppositionsbewegung Fünf Sterne, Beppe Grillo, mit Hitler.

"Die Italiener müssen Grillo, der eine Sekte führt, fürchten. Er erinnert mich an Robespierre, Marx, Stalin und Hitler. Grillo ähnelt genau diesen Herren. Er behauptet, dass er die Regierung in Italien übernehmen will, sollte seine Gruppierung bei den Europawahlen zur stärksten Einzelpartei aufrücken. Personen dieser Art vernichten auch physisch ihre Gegner und bauen Diktaturen auf", so Berlusconi. 

Ende der vergangenen Woche hatte der Ex-Premier, der für seine Partei Forza Italia den EU-Wahlkampf leitet, mit der Aussage, für die Deutschen hätten KZ nie existiert, für einen internationalen Eklat gesorgt (siehe Infobox).

Die Fünf-Sterne-Bewegung ist laut Umfragen auf einem Höhenflug und könnte mit 28 Prozent der Stimmen zur zweitstärksten Gruppierung nach der Demokratischen Partei (PD) um Italiens Premier Matteo Renzi werden. Dier Forza Italia wird laut Umfragen auf ein Rekordtief von 16 Prozent fallen. 

Verurteilung zu Haftstrafe "ein Staatsstreich"
Die vierjährige Haftstrafe wegen Steuerbetrugs, zu der er im August verurteilt wurde, die er aber nicht antreten und stattdessen zehn Monate Sozialdienst leisten muss, bezeichnete Berlusconi in dem Interview als "Staatsstreich". "Mit diesem Urteil hat man mich aus dem Senat verjagt und mir verboten, sechs Jahre lang meine Kandidatur einzureichen. Damit ist der Chef des Mitte-Rechts-Blocks aus dem Weg geräumt worden, der einzige, der den gemäßigten Block in Italien zusammenhalten kann", kommentierte Berlusconi.

Der Ex-Premier kritisierte auch Staatschef Giorgio Napolitano, weil dieser ihm nach der Verurteilung keine Amnestie gewährt habe. "Napolitano hätte die moralische Pflicht gehabt, das Urteil gegen mich aufzuheben", betonte der Medienzar.

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