Veronika Aigner ist ein Phänomen. Bei den Paralympics in Cortina holte sie im letzten Slalom ihrer Karriere mit Guide Eric Digruber wieder Gold. Und das mit einem Vorsprung von 4,04 Sekunden! Damit beendet die sehbeeinträchtigte Niederösterreicherin die Spiele mit vier Siegen und einem zweiten Platz! Elina Stary holte nach zwei Bronzemedaillen mit Guide Stefan Winter Silber.
Mit zwei Knorpelschäden im rechten Knie fuhr Veronika Aigner in Cortina den Gegner auf und davon: „Gerade im Slalom spüre ich es ziemlich, aber bei den Paralympics blendest du einfach den Schmerz aus. Aber in der Zukunft werde ich deswegen nicht mehr im Stangenwald tanzen. Das war mein letzter Wettkampf-Slalom.“
Zweiter bemerkenswerter Punkt war, dass „Vroni“ und Guide Eric Digruber nach dem Kreuzbandriss von Schwester Elisabeth Aigner nur wenig miteinander trainieren konnten. Das war aber auch schon in den Speedbewerben, als „Vroni“ mit Lilly Sammer zweimal Gold holte, kein Problem.
„Unfassbar stolz“
In ihrer ersten Reaktion sagte die 23-Jährige aus Gloggnitz: „Wir haben den Ski gehen lassen. Ich bin unfassbar stolz, dass wir die Spiele so gut gemeistert haben. Mit so einer Bilanz habe ich niemals gerechnet. Das war mein letzter Slalom, ein absolut krönender Abschluss in dieser Disziplin. Es war ein Wettkampf für die Seele, auf den ich immer sehr gerne zurückblicken werde. Es ist ein gutes Gefühl, den Slalom-Ski jetzt an die Wand zu nageln. Ich werde mich künftig aus Gesundheitsgründen auf die Speed-Disziplinen spezialisieren.“
Guide Eric Digruber meinte: „Der Plan ist nach der Verletzung von ihrer Schwester Lisi kurzfristig entstanden. Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt. Am Ende hat es geklappt.“ Veronika sagte: „Ich kenne Eric schon seit 13 Jahren, habe großes Vertrauen zu ihm. Er war ja auch schon Cheftrainer des Paraski-Teams. Der Kontakt ist nie abgerissen. Im Sommer sind wir immer zum Grillen bei ihm am Erlaufsee.“
Der selbstständige Physiotherapeut, der Bruder des früheren Weltcup-Fahrers Marc ist, nickte: „Wir kennen uns schon so lange. Sie haben sich schon als Kinder im Training immer voll reingehaut. Sie schieben einen guten Spruch, wir haben immer eine große Gaudi miteinander.“
„Darauf lässt sich aufbauen“
Elina Stary verlässt Cortina mit drei Medaillen: „Darauf lässt sich für die Zukunft perfekt aufbauen. Mit 19 Jahren bin ich erst am Anfang der Karriere.“ Guide Stefan Winter dankte dem ganzen Team: „Daran haben auch alle Trainer, Betreuer, Serviceleute und Physiotherapeuten ganz großen Anteil. Generell waren das hier großartige Spiele. Der Sport hat die Bühne bekommen, die er verdient.“
Für Elina geht es jetzt wieder in die Schule. Mit der Matura im Mai steht die nächste Reifeprüfung an: „Ich habe schon am 20. März eine Englisch-Schularbeit. In den nächsten zwei Monaten ist richtig viel zu tun. Da ist der Druck fast größer als hier.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.