Martialische Töne
Kiew warnt: “Russland will den Dritten Weltkrieg”
Die Versuche Russlands, einen Konflikt in seinem Nachbarland vom Zaun zu brechen, würden zu einer militärischen Auseinandersetzung in Europa führen. Russland wolle sein Land militärisch und politisch besetzen, sagt Jazenjuk.
Kurz darauf sollen sich russische Einheiten bei ihrem Manöver bis auf einen Kilometer der gemeinsamen Grenze genähert haben, wie das ukrainische Verteidigungsministerium berichtete. Die Grenze hätten sie aber nicht überschritten.
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Lawrow: "Kiew führt Krieg gegen das eigene Volk"
Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte den Einsatz ukrainischer Sicherheitskräfte gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes unterdessen als "blutiges Verbrechen". Die Übergangsregierung in Kiew führe "Krieg gegen ihr eigenes Volk".
Außerdem warf Lawrow dem Westen vor, geopolitische Spielchen in der Ukraine zu spielen. Es gehe der EU und den USA nur darum, die Ukraine in ihren Einflussbereich zu ziehen, aber nicht um die Interessen der Menschen in dem Land, sagte er.
Zuvor hatte der ukrainische Außenminsiter Andrej Deschtschiza Moskau ein Ultimatum gestellt: Binnen 48 Stunden solle es eine Erklärung für die jüngsten Militärmanöver der Russen an der ukrainischen Grenze geben. Konsequenzen wurden aber keine genannt.
Ukrainischer Außenminister: "Wir werden uns verteidigen"
Deschtschiza erklärte aber sehr wohl, dass man gegen russische Truppen kämpfen werde, sollten sie in das Land einmarschieren. Die Lehren aus der Annexion der Halbinsel Krim seien mehr als genug gewesen, betonte er. Die angekündigten Militärmanöver vor der ukrainischen Grenze bedeuteten eine weitere Eskalation der Lage in der Ostukraine.
Diese ist bereits wegen der Militäroffensive gegen prorussische Selbstverteidigungskräfte, die zahlreiche Städte in der Region besetzt haben, angespannt. In der Stadt Slawjansk im Raum Donezk wurden laut ukrainischen Angaben am Donnerstag mindestens fünf Angehörige der Miliz getötet (siehe auch Infobox).
Sprengsatz bei Kontrollposten detoniert: Verletzte
Verletzte gab es am Freitag bei einer Explosion in der Südukraine. An einem prorussischen Kontrollposten nahe Odessa am Schwarzen Meer sei ein Sprengsatz detoniert, sagte ein Sprecher der Polizei. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf Augenzeugen, die Bombe sei aus einem vorbeifahrenden Auto auf den Posten geschleudert worden. Die Polizei vor Ort bestätigte das nicht.
Militärhubschrauber von Rakete zerstört
Wenig später wurde ein ukrainischer Militärhubschrauber auf dem Flughafen von Kramatorsk durch eine Rakete getroffen und zerstört. Der Offizier Wassyl Krutow von den ukrainischen Spezialkräften sagte der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine, der Helikopter habe sich am Boden befunden, als er von der Rakete getroffen wurde. Der Kommandant der Maschine sei bei der Explosion verletzt worden. Ein YouTube-Video zeigt aufsteigenden Rauch am Ort des Raketenangriffs. Kramatorsk ist nur wenige Kilometer von der Stadt Slawjansk entfernt.
Prorussische Separatisten haben die Verantwortung für den Angriff übernommen. "Unsere Männer haben sich dem Flugfeld genähert und eine Granate auf den Helikopter abgefeuert", sagte ein Sprecher der selbsternannten Selbstverteidigungskräfte der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti.
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