Zwischen Welt(un)ordnung, Kriegsszenarien und Extremismus: In der neuen Folge von „Message Macht Medien“ spricht krone.tv-Podcaster Gerald Fleischmann mit dem renommierten Sicherheits- und Terrorexperten Peter Neumann, unter anderem Professor für „Security Studies“ am King's College London, über eine Welt im Umbruch. Sind die Angriffe auf den Iran jetzt der Auftakt zu einer globalen Eskalation – Österreich nicht ausgenommen?
Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, Spannungen zwischen Großmächten und eine Weltordnung, die zunehmend ins Wanken gerät: „Das ist alles ein Zeichen dafür, dass sich die Welt neu sortiert.“ Neumann ortet eine historische Übergangsphase. Denn: eine Weltordnung, so der Professor, verändere sich alle 100 bis 150 Jahre, wenn neue Mächte stärker werden und neue Ansprüche stellen.
Trotz der Vielzahl an Krisen erkennt Neumann derzeit noch keinen dritten Weltkrieg, erst wenn die zwei großen Weltmächte „China und die Vereinigten Staaten direkt aufeinandertreffen. Aber das kann noch kommen.“
Mit Blick auf Iran dämpft der Sicherheitsexperte etwaige Erwartungen an eine neue Ausrichtung im Land. Die Wahrscheinlichkeit eines Regimewechsels liege „bei weniger als fünf Prozent. Wenn überhaupt, dann kommt ein Führungswechsel desselben Regimes“.
Die Eskalationen im Nahen Osten könnten unmittelbare Auswirkungen auf Europa haben – inklusive Österreich. Laut Neumanns Recherchen hätten die iranischen Revolutionsgarden seit 2018 elf Anschläge versucht, typischerweise gerichtet gegen Dissidenten, jüdische Einrichtungen und israelische Botschaften. Zwar gebe es noch „keinen Grund zur Panik“, doch im Fall einer existenziellen Bedrohung des Regimes könne Terror als „Ultima Ratio“ dienen: „Und deswegen muss man sich darauf vorbereiten und sich damit beschäftigen.“
Neben militärischen Konflikten sieht Neumann die vom Westen dominierte regelbasierte Weltordnung unter massivem Druck: Extremismus, Fake News und die geopolitische Lage würden die liberale, von Amerika angeführte westliche Welt herausfordern. Für die EU stelle sich daher die Schicksalsfrage: „Schaffen wir es, auf eigenen Füßen zu stehen und uns neu zu erfinden?“ Neuman weiter: „Die Demokratie ist wahrscheinlich das beste System, das wir je hatten. Aber können wir es retten?“
Ob Demokratien weiterhin Bestand haben oder ob dieses „System untergeht“, werde sich in den kommenden Jahren entscheiden.
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