16.04.2014 14:24 |

Verbrauch bremsen

EU-Parlament sagt dem Plastiksackerl den Kampf an

Das EU-Parlament will in den nächsten Jahren die Plastik- und Kunststoffabfälle in der Union drastisch verringern. In etwa fünf Jahren solle es bei den ganz leichten Plastiksackerln, die am häufigsten benutzt werden, 80 Prozent weniger geben, hieß es in einer Entschließung des Parlaments am Mittwoch in Straßburg.

Diese Abstimmung ist allerdings nicht endgültig. Das Parlament muss erst noch mit den EU-Regierungen verhandeln. Die Gespräche sollen nach den Europawahlen beginnen, möglicherweise noch in diesem Jahr. 2010 wurden 95,5 Milliarden Plastiksackerl in der EU ausgegeben.

Kunststoff gilt oft als praktisch - erzeugt aber auch riesige Probleme. Plastik macht zum Beispiel einen Großteil des Mülls aus, der die Weltmeere verschmutzt. Pro Jahr gelangen nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland rund zehn Millionen Tonnen Müll in die Ozeane. Wegen seiner Langlebigkeit - Experten gehen von bis zu 450 Jahren aus - ist Plastik eine große Gefahr für die Umwelt. Jährlich sterben Hunderttausende Vögel und Meeressäuger, sie verheddern sich oder fressen Plastik. Winzige Teile könnten zudem über die Nahrungskette in den menschlichen Körper gelangen, warnen Experten.

Österreicher verbrauchen recht wenig Plastiksackerl
Umweltexperten fordern, weniger Plastiksackerl zu verbrauchen. Jeder Einwohner der Europäischen Union nutzt im Schnitt 198 Plastiksackerl pro Jahr. Am wenigsten werden in Irland verbraucht: Dort sind es im Schnitt 20 Stück, darunter 18 Einwegsackerl. Österreich ist mit 51 bzw. 45 Sackerln ebenfalls am unteren Ende der Verbrauchrangliste. In Dänemark und Finnland nutzen die Menschen 79 beziehungsweise 77 Sackerl - darunter sind jeweils vier Einwegtaschen. Für Portugal werden mehr als 500 Sackerl insgesamt angegeben.

Mittlerweile gibt es Kunststoffsackerl, die biologisch abbaubar sind - doch auch sie sind bei Umweltschützern umstritten.

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