Im Streit um den Umbau von OpenAI in ein profitorientiertes Unternehmen kann Elon Musk einen Etappensieg verbuchen. US-Bezirksrichterin Yvonne Gonzalez Rogers ließ am Mittwoch die Klage des Milliardärs gegen das US-Softwareunternehmen zu. Er habe „zahlreiche Beweise“ vorgelegt, dass die Führung des ChatGPT-Entwicklers ursprünglich an der Gemeinnützigkeit festhalten wollte.
Die zahlreichen strittigen Fakten sollten ab März einer Gruppe von Geschworenen zur Prüfung vorgelegt werden. „Wir freuen uns darauf, der Jury alle Beweise für das Fehlverhalten der Beklagten vorzulegen“, sagte Musk-Anwalt Steven Molo nach der Entscheidung. OpenAI bezeichnete die Klage erneut als haltlos. Das Start-up warf Musk zudem Mobbing vor.
Tesla-Gründer schied bei OpenAI vor einigen Jahren aus
Musk liegt seit Jahren mit OpenAI im Clinch. Er gehört zu den Mitgründern des KI-Pioniers, schied vor einigen Jahren aber aus dem Unternehmen aus. Inzwischen macht er dem Start-up mit seiner Firma xAI Konkurrenz.
Musk zufolge gibt OpenAI bei der geplanten Transformation den ursprünglichen Unternehmenszweck – Künstliche Intelligenz zum Wohl der Menschheit zu entwickeln – auf. Der Umbau diene den anderen Mitgründern Sam Altman und Greg Brockman dazu, sich zu bereichern. Er fordert eine finanzielle Entschädigung in ungenannter Höhe.
Altman und Brockman haben Musks Vorwürfe zurückgewiesen. Sie bezeichneten ihn als „frustrierten Konkurrenten, der einen Marktführer ausbremsen will.“
Gemeinnützig
OpenAI mit Sitz in San Francisco wurde 2015 als gemeinnützige Einrichtung zur KI-Forschung gegründet. Vier Jahre später kam OpenAI LP als gewinnorientierte Tochter hinzu, in die unter anderem der Softwarekonzern Microsoft Milliarden investiert hat. Letztere soll im Rahmen der geplanten Transformation in eine sogenannte Public Benefit Corporation (PBC) umgewandelt werden.
In dieser Gesellschaftsform sollen Gewinnorientierung und die Einhaltung sozialer Ziele austariert werden, während gemeinnützige Organisationen ausschließlich dem Allgemeinwohl verpflichtet sind. Dadurch will OpenAI für potenzielle Investoren attraktiver werden.
Der ursprüngliche Plan, dass die gemeinnützige Organisation die Kontrolle über OpenAI LP abgibt, ist dem KI-Entwickler zufolge vom Tisch. Ihre Beteiligungsmehrheit werde sie jedoch verlieren. Dennoch bleibe die neue Struktur „extrem dicht“ am Status quo. Kritiker hatten gewarnt, dass OpenAI bei einer ausschließlichen Gewinnorientierung Tests für mögliche negative Folgen von KI vernachlässigen könnte.
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