Gamer im Ukraine-Krieg

In Putins Falle: Vom Bildschirm aufs Schlachtfeld

Ausland
08.01.2026 21:30

Immer dreister werden die Aktionen Russlands, um Nachschub für die Front in der Ukraine zu finden: Über ein Kriegsspiel in einer Gaming-App wurden Südafrikaner für das Blutvergießen rekrutiert.

Die Computer-Militärsimulation „Arma 3“ ist in der nahen Zukunft angesiedelt: Die Türkei wird im Jahr 2034 von Naturkatastrophen heimgesucht, der Iran macht sich dies zunutze und expandiert bis nach Griechenland, daraufhin interveniert die NATO.

Von der digitalen in die reale Welt 
Wie rasch aus einem Spiel bitterer Ernst wird, belegen dem Medienunternehmen Bloomberg vorliegende Dokumente wie auch der Schriftverkehr von Diplomaten. Demnach wurden zwei Männer in Südafrika im Rahmen der Simulation als echte Soldaten für den Ukraine-Krieg angeworben. Darauf aufmerksam machte ein Freund, der sich um deren Schicksal sorgte.

Zwei Männer in ihren Zwanzigern hätten im Sommer 2024 über den Onlinedienst „Discord“ „Arma 3“ gespielt und dort einen User mit dem Nicknamen „@Dash“ kennengelernt. Daraufhin seien sie zur Russischen Botschaft in Kapstadt aufgebrochen.

Russische Soldaten, die in die sogenannte „Militärische Spezialoperation“ involviert sind, bei ...
Russische Soldaten, die in die sogenannte „Militärische Spezialoperation“ involviert sind, bei der orthodoxen Weihnachtsmesse in Sankt Petersburg(Bild: AFP/OLGA MALTSEVA)

Das Blaue vom Himmel versprochen
Im Juni trafen die Südafrikaner demnach in Russland ein. Nach einem Treffen mit „@Dash“ sollen sie dort einen Jahresvertrag mit der Armee unterzeichnet haben. Die Versprechungen seien groß gewesen. Neben einer hohen Entlohnung habe man ihnen die russische Staatsbürgerschaft und Unterstützung auf dem Bildungsweg in Aussicht gestellt.

Nach nur wenigen Wochen Training wurde laut der Kopie des Dokuments, das Bloomberg vorliegt, einer der Männer als Granatwerfer-Schütze eingesetzt. Kurze Zeit später – am 6. Oktober 2024 – sei er nicht mehr erreichbar gewesen. Bald wurde aus Angst Gewissheit: Der Südafrikaner verstarb laut der Sterbeurkunde am 23. Oktober 2024 bei Kampfhandlungen in der Oblast Luhansk. Was mit dem anderen Mann passiert ist, ist demnach bislang völlig unbekannt.

Südafrikaner im Kampf für Russland
In Südafrika gab es bereits mehrere Skandale rund um die Anwerbung von Männern für den Ukraine-Krieg. Im November hatte Bloomberg berichtet, dass die Tochter des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma in die Rekrutierung von 18 Männern aus Botswana und Südafrika für den russischen Militärdienst verwickelt war. Ihnen war im Vorfeld zugesichert worden, lediglich zu einem Leibwächter-Training geschickt zu werden. Die Anschuldigungen führten dazu, dass die Frau als Abgeordnete zurücktrat. Ebenfalls im November wurde ein südafrikanischer Rundfunkmoderator zusammen mit vier weiteren Männern festgenommen. Ihm wird zur Last gelegt, Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine angeworben zu haben.

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