Angriff nahe EU-Grenze

Vergeltung für „Anschlag“ auf Putins Residenz

Ausland
09.01.2026 08:38

In der Nacht auf Freitag kam es im Westen der Ukraine unweit der Grenze zur EU zu mehreren schweren Luftangriffen. Aufgrund der Art der Detonationen und der Einschläge wurde sofort über den Einsatz der neuen russischen Mittelstreckenrakete „Oreschnik“ (Haselstrauch) spekuliert. Wenig später bestätigte der Kreml den Angriff. „Oreschnik“-Raketen ließen die NATO-Planer in der Vergangenheit immer wieder nervös werden: Gegen sie gibt es kaum geeignete Abwehrmittel, auch nicht in Kerneuropa. 

„Die russischen Streitkräfte haben einen massiven Schlag mit boden- und seebasierten Hochpräzisionswaffen großer Reichweite gegen kritische Objekte auf dem Gebiet der Ukraine geführt, darunter auch mit dem Mittelstreckenkomplex ,Oreschnik‘ und Drohnen“, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau. Es habe sich um eine Vergeltungsaktion für die angebliche ukrainische Attacke auf die Residenz von Kremlchef Wladimir Putin im nordrussischen Waldai kurz vor dem Jahreswechsel.

Vergeltung für „Terroranschlag“ auf Putins Residenz
Der Kreml hatte nach dem angeblichen Angriff in Waldai von einem versuchten Terroranschlag gesprochen. Auch US-Präsident Donald Trump kritisierte einen solchen Schlag. Die Ukraine ihrerseits dementierte, dass sie überhaupt einen Angriff auf die Residenz lanciert hatte. Experten bezweifeln überdies die Glaubwürdigkeit der von Russland vorgelegten Informationen.

Die Ukraine hatte am Donnerstagabend einen schweren russischen Luftangriff erwartet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte in seiner Abendansprache davor: „Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte.“ Die Bürger sollten auf Luftalarm achten und sich in Schutzräume flüchten.

Wenig später wurde die Region von mehren schweren Detonationen erschüttert. Ukrainische Militärblogs veröffentlichten danach angebliche Videos aus der Region (siehe auch oben), die sechs Einschläge hintereinander zeigen Unter anderem sei ein Objekt der kritischen Infrastruktur getroffen worden, erklärte Gebietsgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram.

Laut Bewohnern wie mehrere Erdbeben hintereinander 
Bewohner der Region beschrieben die lauten Einschläge wie viele Erdbeben hintereinander. Angaben zum Ziel wurden nicht gemacht. Doch im Gebiet Lwiw liegt der unterirdische Gasspeicher von Stryj, der schon mehrfach Ziel russischer Angriffe war.

Vier Tote und 19 Verletzte forderten Drohnenangriffe auf Kiew.
Vier Tote und 19 Verletzte forderten Drohnenangriffe auf Kiew.(Bild: AFP/SERHII OKUNEV)
Vier Tote und 19 Verletzte forderten Drohnenangriffe auf Kiew.
Vier Tote und 19 Verletzte forderten Drohnenangriffe auf Kiew.(Bild: AFP/TETIANA DZHAFAROVA)
Vier Tote und 19 Verletzte forderten Drohnenangriffe auf Kiew.
Vier Tote und 19 Verletzte forderten Drohnenangriffe auf Kiew.(Bild: AFP/TETIANA DZHAFAROVA)

Bei einem russischen Drohnenangriff auf Kiew wurden unterdessen vier Menschen getötet und 19 weitere verletzt. Dies postete Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. Der Angriff habe außerdem erhebliche Schäden an Wohnhäusern und der Infrastruktur verursacht und in einigen Bezirken zu Unterbrechungen der Wasserversorgung geführt. Klitschko zufolge war eines der Todesopfer ein Rettungssanitäter. Er sei bei einem Einsatz an einem von Drohnen getroffenen Wohnhaus getötet worden. Vier weitere Mitglieder seines Teams seien bei dem Vorfall verletzt worden.

Eine russische Drohne beschädigte bei den nächtlichen Angriffen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Botschaftsgebäude von Katar in Kiew. Katar helfe bei der Vermittlung von Gesprächen mit Russland über den Austausch von Kriegsgefangenen, teilte Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram weiter mit. Außerdem seien 20 Wohnhäuser beschädigt worden. Nach den massiven Angriffen auf sein Land forderte Selenskyj im Kurznachrichtendienst X eine „klare Reaktion der Weltgemeinschaft“ (siehe Posting oben).

Massiver Stromausfall nach ukrainischem Angriff in Russland
Ein ukrainischer Angriff auf das westrussische Gebiet Belgorod hatte indes nach Angaben der örtlichen Behörden einen großflächigen Ausfall der Strom-, Wärme und Wasserversorgung zur Folge. Der Beschuss eines Infrastrukturobjekts mit Raketen habe 556.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit.

Im November 2024 erstmals eingesetzt
Die nach russischen Angaben neue Mittelstreckenrakete „Oreschnik“ war erstmals im November 2024 auf die südukrainische Großstadt Dnipro abgefeuert worden. Auch dieser Start erfolgte aus Kapustin Jar bei Astrachan in Südrussland. Die sechs Gefechtsköpfe enthielten damals nach ukrainischen Angaben keinen Sprengstoff. Kremlchef Putin sprach von einem Test und drohte an, dass weitere folgen sollten. Mit ihren multiplen Sprengköpfen und der extrem hohen Geschwindigkeit jenseits der 10-fachen Schallgeschwindigkeit gilt die „Oreschnik“ als kaum abzufangen. Neue Abwehrraketen wie die westliche „Arrow“, die dies rein theoretisch könnten,  sind nur vereinzelt in Europa vorhanden. Deutschland steckt gerade mitten in der „Arrow“-Beschaffung. 

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