Die Wiener Linien geben ihren Kunden derzeit im wahrsten Sinn des Wortes kalt-warm, und angesichts der aktuell frostigen Außentemperaturen oft sogar frostig-eisig. Dass beim Heizen gespart wird, wird offen zugegeben.
Hin und wieder führen die derzeit bitterkalten Außentemperaturen dazu, dass man in Wien auf dem Sitz einer älteren Straßenbahngarnitur oder eines U-Bahn-„Silberpfeils“ der ersten Generation geradezu gegrillt wird: Sie werden noch mit Heizungen, die sich unter einzelnen Sitzen verbergen, gewärmt. Und hier kann das auch noch der Fahrer regeln. Das ist inzwischen die Ausnahme.
Personal ist in den meisten Fällen machtlos
In allen anderen Fahrzeugen der Wiener Linien wird die Temperatur für Fahrgäste inzwischen mit „HKL-Anlagen“ geregelt. Das Kürzel steht für „Heizen, Kühlen, Lüften“, im Sommer wie im Winter. Sich in solchen Gefährten beim Fahrer über die Temperatur zu beschweren, hat keinen Sinn: Er kann die Anlage nicht beeinflussen. Sie regelt die Temperatur mit Sensoren im Fahrgastraum und an der Außenseite des Fahrzeugs automatisch auf den eingestellten Wert – zumindest, wenn die Sensoren funktionieren.
Die Wiener Linien stehen allerdings dazu, dass die Öffis inzwischen zwei Grad kälter sind als noch vor drei Jahren: Angesichts der Energiekosten-Explosion habe man im Jahr 2022 als neues Heizziel im Winter nur noch „maximal“ 18 statt 20 Grad vorgegeben und sei seither dabei geblieben. Eine Obergrenze gibt es also. Eine Untergrenze, die für die Beheizung der Öffis vorgegeben wäre, nannten die Wiener Linien hingegen nicht. Außerdem räumt das Verkehrsunternehmen ein, dass die Umsetzung dieses Temperaturziels „je nach Fahrzeug unterschiedlich aussehen“ könne.
Haben Sie auch Erfahrungen mit bitterkalten Öffis dieser Tage? Zusendungen an wien@kronenzeitung.at oder an Kronen Zeitung, Wien-Redaktion, Muthgasse 2,
1190 Wien
Wer zuerst kommt, friert zuerst einmal
Wie dramatisch die Situation werden kann, zeigt ein Extremfall aus Döbling diese Woche. Sechs Grad Innentemperatur sorgten auf der Linie 39A für frostige Stimmung. „Das ist für Fahrgäste und Personal nicht zumutbar“, meint FPÖ-Stadtwerke-Sprecher Klemens Resch. Besonders hart treffe es die Lenker: Sie müssten „mit Haube und voller Winterkleidung“ fahren. Resch fragt sich, ob die neuen Wasserstoffbusse für den Winter in Wien eventuell nicht geeignet wären. Von einem Vorzeigeprojekt könne keine Rede sein, wenn Menschen am Arbeitsweg frieren.
Die Wiener Linien erklären dazu, der Bus brauche nach dem Ausfahren aus der Garage Zeit, um aufzuheizen. Bleibe es auch nach mehreren Stationen kalt, liege „vermutlich ein Defekt vor“. Generelle Probleme mit der Heizung seien aber nicht bekannt. Für alle, die morgens zur Schule oder Arbeit müssen, ein wenig herzerwärmender Trost.
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