Vater vor Gericht

Prügel-Attacken gegen gemeinsame Kinder erfunden

Tirol
09.01.2026 07:00

Ein Vater (38) beschuldigte seine Ex-Frau schwerster Gewalt gegen gemeinsame Kinder – doch das Lügenmärchen flog auf. Jetzt setzte es eine Verurteilung wegen Verleumdung und Falschaussage für den Mann.

Seine Ex habe immer wieder die drei gemeinsamen Kinder mit der Hand und auch mit einem Stück Holz geschlagen, behauptete ein in Tirol lebender Türke im Vorjahr gegenüber der Polizei. Wie sich rasch herausstellte, waren die schweren Vorwürfe aber vollkommen aus der Luft gegriffen. Daher musste der 38-Jährige nun wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage am Innsbrucker Landesgericht auf der Anklagebank Platz nehmen.

Angebliches Missverständnis und Sprachbarrieren
„Es war ein Missverständnis“, versuchte der 38-Jährige Richter Reinhard Santeler und der Staatsanwältin weiszumachen. Weil er nicht gut Deutsch könne, habe der Türke damals zu den Beamten gesagt, dass seine frühere Ehefrau die Kinder geschlagen hat. „Ich habe aber gemeint, dass sie sie geschimpft hat“, behauptete der angehende Fernfahrer.

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Ich habe ,geschlagen‘ gesagt, wollte aber ,geschimpft‘ sagen.

Der Angeklagte

Die Mutter schimpfte ihre Kinder immer wieder, aber geschlagen wurden sie nicht.
Die Mutter schimpfte ihre Kinder immer wieder, aber geschlagen wurden sie nicht.(Bild: Nemanja Saric)

Er sei im August des Vorjahres zur Polizei gegangen, weil eine seiner Töchter offenbar nach einem Streit mit der Mutter zu ihm kam und gemeint habe, dass sie bei ihm leben möchte. „Ich wollte nur das Beste für meine Kinder und sie beschützen, aber ich wollte meine Ex-Frau nicht so schwer beschuldigen. Es waren einfach Kommunikationsprobleme“, so der Angeklagte.

Geschimpft wurde viel, geschlagen aber nicht
Die Mutter der Kinder sei streng und sie sei in der Erziehung auch immer wieder laut geworden. Auch mit leichten Klapsen auf die Finger wurden die Kleinen laut dem 38-Jährigen immer wieder gezüchtigt. „Aber das machen wohl viele Eltern so“, sagte der Vater zur Verwunderung des Richters.

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Mein Ex-Mann möchte sich die doch recht hohen Unterhaltszahlungen ersparen.

Die Mutter als Zeugin vor Gericht

„Ich habe meine Kinder noch nie geschlagen“, erwiderte die Mutter als Zeugin vor Gericht. Sie konnte sich aber auch erklären, warum ihr Ex-Mann die schweren Vorwürfe gegen sie erhoben hat. „Er möchte, dass die Kinder bei ihm leben und er sich so den doch sehr hohen Unterhalt erspart“, erklärte die dreifache Mutter.

An unbedingter Haft vorbeigeschrammt
Der Richter sah dies genauso. „Ich bin überzeugt davon, dass Sie bei der Polizei gelogen haben“, meinte Santeler und verurteilte den Türken zu zwölf Monaten bedingter Haft und 2880 Euro Geldstrafe.

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