Di, 19. Juni 2018

Brot und Spiele

31.01.2006 16:56

Ratchet Gladiator

Irgendwann in der Zukunft haben fiese Medienmacher eine skrupellose TV-Show ins Leben gerufen, in der moderne Gladiatoren um Ruhm, Anerkennung und vor allem ihr Leben kämpfen. Ratchet, Held der "Ratchet & Clank"-Serie, verschlägt es in "Ratchet Gladiator" unfreiwillig in die brutalste aller Reality-Shows.

Auf dem Weg durch die Weiten des Universums, vernimmt Ratchet den Tod des Helden Captain Starshield. Nicht der erste Tod dieser Art, wie sich bald daraufhin herausstellt. Grund für das Helden-Massensterben ist eine illegale TV-Show des Medienmoguls Gleeman Vox: In riesigen Arenen kämpfen moderne Gladiatoren um ihr Leben - und ehe Ratchet sich versieht, ist er auch schon entführt und mittendrin im Geschehen.

Um für Quote zu sorgen, muss nun also auch Ratchet in die Arena. Ein Schloss um seinen Hals macht eine Flucht unmöglich, zudem droht ihm bei Ungehorsam die Exterminierung. Die Motivation zu Siegen ist also erzwungenermaßen hoch. Gott sei Dank ist der kleine Lombax im Kampf gegen Roboter-Gladiatoren jedoch nicht auf sich allein gestellt: Ihm zur Seite stehen zwei Kampfbots.

Die praktischen Helferlein erweisen sich als äußerst nützlich. Nicht nur, dass sie auf alles schießen, was sich bewegt, sie können auch einfache Befehle empfangen und gefährliche Aufgaben übernehmen. Es versteht sich von selbst, dass diese Kampfbots im Laufe des Spiels auch aufgemotzt werden können und noch so schlagkräftiger werden.

Ratchet selber hat jedoch auch einiges zu bieten: Zehn Waffen stehen ihm insgesamt zur Verfügung, durch im Kampf gewonnenes Geld lassen sich diese nach Lust und Laune modifizieren. So kann aus einer einfachen Wumme schnell ein säure- oder feuerspeiendes Ungetüm gebastelt werden. Schließlich muss Ratchet, obwohl Jump'n'Run-Einlagen nicht zu kurz kommen, in erster Linie schießen, schießen und nochmals schießen. Da das zu zweit meistens mehr Spaß macht, verpassten die Entwickler dem Spiel einen spaßigen Koop-Modus.

"Ratchet Gladiator" spielt sich nun wie folgt: Ratchet reist von Planet zu Planet, um sein Können in verschiedenen Arenen unter Beweis zu stellen. Auf jedem Planeten gibt es ein Minimum an zu erfüllenden Kampagnen. Andere Missionen sind optional, bringen aber zusätzlich Kohle für wichtige Upgrades. Die Anforderungen an Ratchet gestalten sich sehr abwechslungsreich und lassen keine Langeweile aufkommen: Mal muss Ratchet mit seinem Hoverbike so schnell wie möglich einen Parcours absolvieren, mal mit seinem "Landpirscher" in einer bestimmten Zeit so viele Ziele wie möglich zerstören und mal ganz einfach strategisch wichtige Punkte unter seine Kontrolle bringen.

Grafisch präsentiert sich "Ratchet Gladiator" recht schmuck, aber nicht überwältigend. Sehr gelungen sind hingegen die Dialoge der Figuren, die mit viel versteckter TV-Kritik ordentlich für Stimmung sorgen: "Liebe Kinder: Probiert das nicht zu Hause aus, geht lieber zu einem Freund." Dank der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade finden auch Neulinge einen schnellen und leichten Einstieg. Die Tasten sind intuitiv bedienbar, angesichts der vielen Gegner kommt es jedoch schnell zu einem undurchschaubaren Gewusel auf dem Bildschirm.

Fazit: "Ratchet Gladiator" dürfte Fans der Serie überraschen, geht es hier doch weniger ums Hüpfen als ums Schießen. Dennoch verkommen die Level selten zu einer stumpfen Ballerei und präsentieren sich abwechslungsreich und unterhaltsam gestaltet. Ein Antesten lohnt sich auf jeden Fall.

Plattform: PS2
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 81%

von Sebastian Räuchle

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