Feuer in Crans-Montana

Einziger Notausgang könnte versperrt gewesen sein

Ausland
03.01.2026 21:00

In der verheerenden Silvesternacht in Crans-Montana haben sich Dutzende Partygäste über eine enge Treppe ins Freie gedrängt. Die ermittelnde Generalstaatsanwältin sagte, dass die Menschen die Notausgänge aufgrund des Rauchs wohl nicht gesehen hätten. Das passt aber nicht zu dem, was Überlebende berichteten …

Laut ihnen gab es nämlich genau einen Weg aus dem brennenden Keller. „Es gab einen Eingang, der zugleich auch Ausgang war. Und dann gab es noch einen Notausgang. Aber wenn ich dort zu Gast war, war der immer versperrt (...)“, sagte ein Stammgast und Barkeeper zur Zeitung „Bild“. Der Notausgang sei in einem eigenen Raucherzimmer gewesen, das als Art Abstellkammer genutzt worden sei. Vor der Tür habe ein Sofa gestanden, sagte er weiter.

Auch Passantinnen und Passanten berichteten, dass die Feiernden versucht hätten, über eine einzige Stiege aus dem Untergeschoss zu fliehen. Dabei sei es zu Gedränge gekommen, einige hätten nur noch an den hochgereckten Armen herausgezogen werden können. Andere sagten, hinter einer verschlossenen Tür seien durch eine Glasscheibe verzweifelte Menschen zu sehen gewesen, die nicht hinauskamen.

Hier sehen Sie eine Aufnahme aus dem brennenden Lokal:

Mindestens zwei Notausgänge vorgeschrieben
„Die Fluchtwegsituation vom Gebäude war sicher nicht ideal, weil Leute vom Untergeschoss – glaube ich – nur eine Ausgangsmöglichkeit hatten“, sagte Dumeng Wehrli, Präsident der Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz, dem Sender SRF. Allein anhand der Zahl der Opfer – 40 Tote und 119 Verletzte – ist klar, dass sich in den beiden Räumen der Bar mehr als 150 Menschen aufgehalten haben. Bei mehr als 50 Gästen sind laut Wehrli zwei Notausgänge vorgeschrieben, ab 200 Personen müsste es mehrere und breitere Fluchtwege sowie Ausgänge geben.

Ungefähr 40 Menschen kamen bei der Brandkatastrophe in dem Schweizer Skiort ums Leben, 119 ...
Ungefähr 40 Menschen kamen bei der Brandkatastrophe in dem Schweizer Skiort ums Leben, 119 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.(Bild: AP/Antonio Calanni)

Auch das verbaute Material kann laut dem Fachmann problematisch sein. Wie berichtet, setzten Sprühkerzen Schaumstoff an der Decke in Brand. „Alles, was ich fest anbringe, muss als Baustoff zugelassen sein“, sagte Wehrli zu dem Schaumstoff, der vermutlich für eine bessere Akustik sorgen sollte. Dafür gebe es klare Vorschriften, dass die Stoffe nicht leicht entflammbar sein dürfen.

Augenzeuge: „Schaum geschmolzen“
„Der schalldämpfende Schaumstoff an der Decke fing Feuer, schmolz, und die Flammen breiteten sich aus“, erzählte ein 17-Jähriger, der mit Freundinnen und Freunden in der Bar „Le Constellation“ gefeiert hatte. „Ich musste eine Runde um die Bar machen, um dem Feuer zu entkommen. Zuerst bin ich im Schritttempo gegangen, aber die Menschenmenge verstopfte die Treppe. Ein Feuer- und Hitzeball erfüllte den Raum, als ich mich auf der Treppe befand.“ Derzeit wird unter anderem noch ermittelt, wie viele Personen tatsächlich anwesend waren und wie viele es laut Genehmigung hätten sein dürfen.

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Zuerst bin ich im Schritttempo gegangen, aber die Menschenmenge verstopfte die Treppe.

Augenzeuge (17)

Der 17-jährige Genfer erlitt Verbrennungen zweiten Grades. Insgesamt gab es 119 Verletzte, 80 bis 100 schweben noch in Lebensgefahr. Einige Schwerstverletzte wurden zur Behandlung in spezialisierte Verbrennungszentren im Ausland verlegt, darunter Polen, Deutschland, Frankreich und Italien. Österreicherinnen und Österreicher sind nicht unter den Toten oder Verletzten.

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