„Wunderbares Beispiel“

Museum entdeckte neues Gemälde von Rembrandt

Ausland
02.03.2026 14:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Gemälde, das zuvor in einer Privatsammlung verborgen war, hat sich nun als Werk des niederländischen Malers Rembrandt entpuppt. Das Werk „Vision von Zacharias im Tempel“ wurde dafür mit fortschrittlichster Scanner-Technik und Stilanalysen untersucht. Für den Museumsdirektor ist es ein „wundervolles Beispiel“ für das Talent des Meisters.

Die Untersuchung haben Kunstexperten des Rijksmuseums in Amsterdam vorgenommen. Nun steht fest: Das Gemälde aus dem Jahr 1633 ist ein echter Rembrandt. Als Langzeitleihgabe soll es für Besucher ab Mittwoch im Museum zu bestaunen sein. 

Materialanalysen, stilistische und thematische Ähnlichkeiten, von Rembrandt vorgenommene Änderungen und die gesamte Qualität des Gemäldes stützen alle die Schlussfolgerung, dass dieses Gemälde eine echte Arbeit von Rembrandt van Rijn ist“, erklärte das Rijksmuseum. Das Bild war dem Museum demnach kürzlich aus einer Privatsammlung zur Untersuchung übergeben worden.

Museumsdirektor Taco Dibbits freut sich, dass das Werk auch Besuchern zugänglich gemacht wird.
Museumsdirektor Taco Dibbits freut sich, dass das Werk auch Besuchern zugänglich gemacht wird.(Bild: AP/Peter Dejong)

  Das Werk zeigt die biblische Szene, in der Erzengel Gabriel den Priester Zacharias aufsucht, um ihm die Botschaft zu überbringen, dass er einen Sohn haben wird, den späteren Johannes den Täufer. Der Erzengel selbst wird in dem sehr dunkel gehaltenen Gemälde nicht dargestellt, ein Licht aus der oberen rechten Ecke des Bildes deutet seine Ankunft an und hebt die Konturen und das goldene Gewand des Priesters hervor. Der überraschte Gesichtsausdruck zeigt Zacharias‘ Ungläubigkeit.

Bisher nur der Werkstatt des Künstlers zugeschrieben
Bis 1960 wurde das Gemälde nicht dem Maler Rembrandt zugeschrieben. Man dachte, es käme nur aus Rembrandts Werkstatt. 1961 wurde es von einer Privatperson gekauft und geriet in Vergessenheit. Sein jetziger Eigentümer hatte die Signatur von Rembrandt entdeckt, das Museum kontaktiert und es den Experten ermöglicht, das Gemälde mit den modernsten analytischen Mitteln und Techniken zu untersuchen. Mit deren Hilfe wurde vom Rijksmuseum in den vergangenen Jahren auch eines der berühmtesten Rembrandt-Gemälde – „Die Nachtwache“ – umfassend restauriert.

  Zwei Jahre Forschungsarbeit an der „Vision von Zacharias im Tempel“ ergaben, dass die verwendeten Farben auch in anderen Werken Rembrandts aus jener Schaffensperiode benutzt wurden. Die Maltechnik und der Aufbau der Farbschichten seien ebenfalls vergleichbar mit anderen Frühwerken des Malers, berichtete das Museum.

Scans hätten „kompositorische Änderungen“ enthüllt, „welche die Echtheit der Arbeit bestätigen“. Außerdem gelte auch die Signatur als echt und eine Analyse der Holzplatte habe bestätigt, dass das Datum 1633 auf dem Gemälde ebenfalls korrekt sei.

„Ein wundervolles Beispiel“
Den Kunstwissenschaftern zufolge stimmt das Gemälde perfekt mit anderen Arbeiten Rembrandts aus jener Zeit überein, als er 27 Jahre alt war. „Es ist wunderbar, dass die Öffentlichkeit jetzt mehr über den jungen Rembrandt erfahren kann“, zeigte sich der Direktor des Rijksmuseums, Taco Dibbits, erfreut. Das Gemälde sei „ein wundervolles Beispiel für die einzigartige Weise, in der Rembrandt Geschichten bildlich darstellt.“

Werke von Rembrandt erzielen Spitzenerlöse: Zuletzt war im Februar eine Zeichnung von ihm für den Rekordpreis von 12,7 Millionen Euro versteigert worden. Vor drei Jahren hatte das Amsterdamer Museum ein Gemälde für 175 Millionen Euro gekauft.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt