Sie waren erst 16

Crans-Montana: Erste Todesopfer identifiziert

Ausland
03.01.2026 13:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach gut 48 Stunden konnte die Polizei die ersten vier der mindestens 40 Todesopfer von Crans-Montana identifizieren. Zwei der Personen, die den Flammen zum Opfer gefallen sind, waren nicht einmal volljährig. Viele Eltern bangen immer noch um ihre vermissten Kinder.

Zwei Tage nach dem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana ist es den Behörden gelungen, die ersten der mindestens 40 Todesopfer offiziell zu identifizieren. Es handelt sich nach diesen Angaben um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Die Leichname seien den Familien übergeben worden. Die Identifizierung laufe auf Hochtouren, versicherten die Behörden am Samstag.

Bisher keine österreichischen Opfer bekannt
Im Einsatz ist eine 30-köpfige Spezialeinheit zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Sie war nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Südostasien aufgebaut worden. Unter den Toten dürften auch Ausländer sein. Von den 119 Verletzten waren bis Freitag 113 identifiziert worden. Darunter waren 71 Schweizer sowie 14 Franzosen, elf Italiener, vier Serben sowie einzelne Personen aus anderen Ländern. Österreichische oder deutsche Opfer wurden bisher nicht gemeldet.

Familien bangen um ihre immer noch vermissten Kinder
Das französische Außenministerium erklärte am Samstag, dass bei dem Brand 16 Franzosen verletzt worden seien. Weitere neun blieben demnach vorerst vermisst. Unter denen, die das Schlimmste befürchteten, ist Laetitia Brodard. Die letzte Nachricht ihres Sohnes Arthur lautete: „Mama, frohes neues Jahr, ich hab Dich lieb“. „Das ist 40 Stunden her. Seit 40 Stunden sind unsere Kinder verschwunden“, sagte Brodard vor Journalisten.

Meer an Blumen und Kerzen an Unglücksort
Im Zentrum des Skiorts verharrten immer wieder Menschen in der Nähe des Unglücksorts in Trauer – vor einem immer größer werdenden Meer von Blumen, Kerzen und kleinen Plüschtieren. „Mut all den Familien der Opfer, wir denken an Stefan und hoffen, dass er okay ist: ein Held“, heißt es auf einem Zettel. „Wir denken an Dich“ und „Mögen sie in Frieden ruhen“ steht auf Karten geschrieben.

Die Trauer unter den Hinterbliebenen der Opfer von Crans-Montana ist groß.
Die Trauer unter den Hinterbliebenen der Opfer von Crans-Montana ist groß.(Bild: EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Teils 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt
Indes werden in Zürich jene Brandopfer behandelt, die überlebt haben. Teilweise sei mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt, sagte Kathrin Neuhaus, Chefärztin des Zürcher Brandverletzungszentrums, dem Sender „SRF“. „Das heißt, sie sind Infektionen ausgesetzt, sie verlieren Wärme und es kommt durch die schwere Brandverletzung zu einer Verbrennungskrankheit, die den ganzen Körper systematisch betrifft, also auch das Herz-Kreislauf-System“, erklärte sie.

Opfern stehen zahlreiche OPs bevor
Neben Verbrennungen hätten viele durch das Einatmen von Rauch schwere Schädigungen, etwa der Lunge. Vielen der jungen Patienten stehe eine zweistellige Zahl von Eingriffen bevor. Sie müssen dann mehrmals die Woche in den Operationssaal (OP). „Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen“, sagte die Ärztin.

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