Nach Anzug-Skandal

„…sonst wird aus drei Millimetern ein Zentimeter!“

Ski Nordisch
31.12.2025 09:58
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Zehn Monate nach dem norwegischen Manipulationsskandal sind die Skisprung-Anzüge bei der Vierschanzentournee wieder in den Fokus gerückt. Dem zum Auftakt in Oberstdorf zweitplatzierten Timi Zajc wurden drei Millimeter bei der Beinlänge zum Verhängnis, der Slowene wurde disqualifiziert und musste den Traum vom Tourneesieg begraben. Von österreichischer Seite wird der härtere Kurs der FIS-Kontrolleure begrüßt, die seit dieser Saison Vergehen besonders streng ahnden.

„Ich finde das gut. Es sind viele Kontrollen, es wird genauer hingeschaut. Das hat sich jede Nation gewünscht“, sagte Andreas Widhölzl. Dass keine Ausnahmen mehr gemacht werden und es selbst bei Millimeter-Entscheidungen keine Toleranz bei der Regel-Auslegung gibt, sieht der ÖSV-Cheftrainer positiv. „Natürlich sind drei Millimeter nicht viel, aber man muss konsequent sein, sonst werden aus 0,3 dann 0,8 und irgendwann ein Zentimeter. In der Formel 1 haben sie bei Norris im vorletzten Rennen auch nicht die Augen zugedrückt, sondern das ganze Team disqualifiziert.“

„Für ihn ist es extrem bitter!“
Bei Zajc war die Beininnenlänge des Anzugs um drei Millimeter zu kurz, wodurch im Schritt eine größere Tragfläche hätte entstehen können und damit ein Vorteil im Flug. „Das macht viel aus“, betonte Widhölzl. Natürlich, ergänzte der Coach, seien alle Anzüge am Limit genäht, „weil du nichts herschenken willst. Aber es muss im Reglement sein.“

Titelverteidiger Daniel Tschofenig fühlte mit seinem Konkurrenten mit. „Für ihn ist es extrem bitter, weil er gut gesprungen ist und es ziemlich sicher auch nicht das war, was ihn aufs Podium gebracht hat“, sagte der Kärntner. „Aber Regeln sind Regeln. Wenn man jemanden durchwinkt, nur weil es die Tournee ist, öffnet man wieder Türen für die nächsten Springen.“

Tschofenig vor Kontrollen entspannt
Tschofenig selbst verspüre keine Nervosität vor den Kontrollen. „Wir wissen eigentlich immer, dass unser Zeug passt“, betonte Österreichs Sportler des Jahres. Deshalb gehe er immer sehr entspannt zu den Kontrolleuren. Zu diesen gehört seit Saisonbeginn der Tiroler Mathias Hafele, der als ehemaliger Skispringer alle Tricks kennt. Gemeinsam mit seinem Landsmann Jürgen Winkler zeichnet er für den Kurswechsel der FIS verantwortlich.

„Es ist ein Lernprozess, sie machen es sehr gut. Man hat das Gefühl, es gibt eine Linie“, sagte Widhölzl. Der Kärntner Christian Kathol hatte sein Amt als FIS-Chefkontrolleur wenige Monate nach dem WM-Skandal in Trondheim, als das norwegische Team seine Anzüge bewusst manipuliert hatte, zurückgelegt.

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