„Krone“-Leser entsetzt

Jetzt schlafen Obdachlose schon direkt vor Rathaus

Wien
17.02.2026 06:00

„Krone“-Leser sind entsetzt. In der Wiener Innenstadt und nun sogar direkt vor den Fenstern der Stadtregierung nächtigen Obdachlose. Gibt es zu wenige Betten in den Notquartieren? Schwer zu sagen, denn die Gemeinde hat keine belastbaren Zahlen. 

Die Temperaturen sind nach dem vorfrühlingshaften Geplänkel wieder in den Keller gerasselt. Da suchen sich auch Obdachlose, die – freiwillig oder unfreiwillig – keine Notschlafstelle aufsuchen, verstärkt Plätze, die windgeschützt und relativ sicher sind. Und die vielleicht durch Lüftungsschlitze noch Abwärme der Gebäude abgeben. Haus- und Geschäftseingänge sind daher beliebtes Ziel.

Am Wochenende haben „Krone“-Leser unter den Arkaden des Rathauses ein kleines „Lager“ für Unterstandslose entdeckt – mit mehreren Schlafsäcken, Matratzen, Pappendeckelauflagen gegen den kalten Steinboden und Essensvorräten. „Ein schockierender Anblick“, so ein Passant.

Der zuständige Fonds Soziales Wien (FSW) erklärt: „Die genannte Gruppe ist den Teams der Straßensozialarbeit bekannt. Zuletzt wurde der auf den Bildern ersichtliche Platz rund dreimal pro Woche durch Teams der Straßensozialarbeit aufgesucht.“ Die Betroffenen hätten die ihnen angebotenen Plätze in den Notquartieren jedoch abgelehnt.

Ein „Quartier“ der Obdachlosen vor dem Rathaus
Ein „Quartier“ der Obdachlosen vor dem Rathaus(Bild: Leserreporter)
Leserreporter machten Bilder vor dem Rathaus.
Leserreporter machten Bilder vor dem Rathaus.(Bild: Leserreporter)

Wegen Kälte um 70 Plätze aufgestockt
Im Winter stehen 1000 Plätze in 13 Notquartieren zusätzlich zum ganzjährigen Angebot der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung. Wegen der Kälte wurde kürzlich um 70 Plätze aufgestockt. Die tägliche Auslastung der Quartiere liege bei 96 Prozent, so der FSW.

Keine Zählung von Obdachlosen 
Gibt es schlicht zu wenige Betten? Das lässt sich nicht sagen. Denn die Stadt kann nicht beziffern, wie viele Obdachlose sich in Wien aufhalten. Begründung: Es gebe keine anerkannte Zählweise für Unterstandslose im urbanen Raum.

Ein Unterstandsloser am Graben mit Hund.
Ein Unterstandsloser am Graben mit Hund.(Bild: Viktoria Graf)
Menschen ohne Obdach mit Rollwagen auf der Kärntner Straße
Menschen ohne Obdach mit Rollwagen auf der Kärntner Straße(Bild: Philipp Stewart)

City-Bewohner beklagen, immer mehr Menschen würden am Graben, Kärntner Straße & Co. auf der Straße nächtigen. Die meisten hätten ihr Hab und Gut auf Rollwagerln gepackt und ziehen tagsüber umher.

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