Vertreterinnen und Vertreter aus den USA sowie dem Iran werden am Dienstag zur zweiten Gesprächsrunde in Genf zusammenkommen. Laut dem iranischen Außenministerium sei die US-Position in der Atomfrage inzwischen „realistischer“. Das US-Militär hatte im Juni 2025 an der Seite Israels mehrere Atomanlagen im Iran bombardiert.
Seit dem 6. Februar verhandeln die beiden Seiten nun über das iranische Atomprogramm. US-Präsident Donald Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. Der Republikaner entsandte bereits einen zweiten Flugzeugträger in die Region, um Druck auszuüben, und bezeichnete einen Machtwechsel als „bestmögliche Lösung“.
Die iranische Führung zeigt sich davon wenig beeindruckt. Die Revolutionsgarden begannen am Montag ein Manöver in der Straße von Hormuz, um sich auf „potenzielle Sicherheits- und militärische Bedrohungen“ in der Wasserstraße vorzubereiten. Teheran hat bereits mehrfach gedroht, die Straße von Hormuz zu blockieren, über die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert wird. Es stehe nicht zur Debatte, sich wegen Drohungen zu unterwerfen, teilte Araqchi mit. Er sei mit „realen Ideen für eine faire und gerechte Einigung“ in die Schweiz gekommen, sagte der Politiker, der sich bereits mit dem Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, getroffen hat.
Kompromisse gegen Sanktionsende
Der iranische Vize-Außenminister Majid Takht-Ravanchi hatte am Sonntag gesagt, sein Land sei zu Kompromissen für ein Abkommen bereit, wenn die Vereinigten Staaten die Sanktionen aufheben würden. Dabei verwies er auf ein Angebot, das hochangereicherte Uran zu strecken, um den Anreicherungsgrad zu senken. Der Iran hat Bestände von mehr als 400 Kilogramm hochangereichertem Uran, mit dem Atomwaffen hergestellt werden können. Mehrere Regierungen, darunter der Kreml, haben bereits erfolglos angeboten, diese Bestände zu übernehmen.
Eine vollständige Einstellung stehe „nicht mehr auf der Tagesordnung“, sagte Takht-Ravanchi und erteilte damit der Forderung aus den USA und Israel eine Absage. Während die iranische Führung ausschließlich über das Atomprogramm verhandeln will, wollen die Vereinigten Staaten auch über das Raketenprogramm sowie Teherans Unterstützung für Milizen wie die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon sprechen.
US-Außenminister Marco Rubio sagte: „Wir hoffen, dass es einen Deal gibt. Der Präsident bevorzugt stets friedliche und ausgehandelte Lösungen gegenüber anderen Vorgehensweisen.“ Die Delegation wird von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und dem Sondergesandten Steve Witkoff angeführt. Die beiden werden voraussichtlich länger in Genf bleiben, um auch an den indirekten Gesprächen zwischen der ukrainischen und russischen Führung teilzunehmen.
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