Schneechaos statt Medaille! Beim letzten Wettbewerb in Predazzo gingen Deutschlands Skispringer leer aus und waren nach dem Abbruch stinksauer.
Es war alles angerichtet für ein dramatisches Finish. Doch im dritten Durchgang begann es heftig zu schneien, der Wind frischte auf – um 21.03 Uhr wurde der Wettbewerb schließlich abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt standen nur noch drei Springer oben. Gewertet wurde damit das Ergebnis nach zwei Durchgängen: Österreich vor Polen und Norwegen. Das deutsche Duo mit Andreas Wellinger und Philipp Raimund landete auf Rang vier, mit nur 0,3 Punkten Rückstand auf die drittplatzierten Norweger.
Hüttel tobt: „Miserabel, schlecht gearbeitet“
Für DSV-Sportdirektor Horst Hüttel ein bitterer Abend. „Ich bin richtig sauer, weil es keiner von uns versteht“, sagte er rund 40 Minuten nach dem Abbruch. Besonders unverständlich: Kurz darauf war am Himmel keine Schneeflocke mehr zu sehen. „Alle Wetter-Apps haben angezeigt, dass nach 10 Minuten der Schneefall aufhört.“ Er verstehe nicht, „dass man nicht so eine gewisse professionelle Besonnenheit hat, um diese zehn Minuten noch abzuwarten. Ich bin einfach wütend, dass man allen Beteiligten nicht die Chance gegeben hat, hier diesen Wettkampf zu Ende zu bringen.“ Auf die Frage, ob er sich betrogen fühle, stellte Hüttel klar: „Betrogen weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass es vorsätzlich war. Das will ich keinem unterstellen. Es ist einfach schlecht gearbeitet. Miserabel, schlecht gearbeitet.“
„Es kotzt mich ehrlich gesagt richtig an“
Auch Adler Philipp Raimund zeigte sich nach dem Wettkampf sichtlich aufgebracht. „Ich fühle mich nach heute nicht so happy. Ich bin sehr unglücklich. Jetzt, nachdem ich gesagt habe, dass eine 15-minütige Pause auch möglich gewesen wäre, realisiere ich, dass sie es auch einfach hätten machen können. Ich weiß nicht, was das Problem ist. Es kotzt mich ehrlich gesagt richtig an.“
DSV-Trainer Stefan Horngacher lobte seinen Athleten ausdrücklich: Raimund sei „brutal“ gesprungen, habe eine „saustarke“ Leistung gezeigt. Doch dann kam der Schneefall und mit ihm die umstrittene Entscheidung der Jury. „Es wäre nicht so schwer gewesen, hier schneller durchzufahren oder eine kurze Pause einzulegen und zu warten, bis der Schnee weg ist“, so Horngacher. Der Abbruch habe die „endgültige Chance“ auf eine Medaille gekostet.
Besonders ärgerlich für Hüttel: Während die FIS über einen möglichen Abbruch beriet, sei kein Vorspringer die Schanze hinuntergeschickt worden, um die Spur freizuhalten. „Es ist vollkommen klar, dass dann die Spur feucht wird.“ Bei einem normalen Weltcup müssten 12 Vorspringer bereitstehen. An diesem Abend sei laut Hüttel keiner oben gewesen. All das seien Dinge, die ihn „wütend machen“.
FIS-Renndirektor Sandro Pertile verteidigte die Entscheidung zum Abbruch. „Nach dem Wettkampf ist es einfach zu sagen, man hätte warten sollen. Aber wir mussten eine Entscheidung treffen“, sagte er. Der 57-Jährige, der aus dem Olympia-Ort kommt, ließ zudem durchblicken, dass ein weiterer Faktor neben dem Wetter eine Rolle gespielt haben könnte. „Wir wissen alle, dass wir begrenzte TV-Zeit haben“, sagte er.
Statt Edelmetall gab es im deutschen Lager also viele Diskussionen ...
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