Iran Spitzenreiter
Zahl der weltweiten Hinrichtungen gestiegen
Europa und Zentralasien blieben erstmals seit 2009 ohne Hinrichtung. Die große Unbekannte in dieser Statistik heißt allerdings China: Seit 2009 veröffentlicht Amnesty keine Schätzwerte über Todesurteile und Hinrichtungen in der Volksrepublik China, da dort Angaben zur Todesstrafe als Staatsgeheimnis behandelt werden. Die verfügbaren Informationen deuten aber alle Jahre wieder darauf hin, dass China mehr Menschen hinrichtet als der Rest der Welt zusammen.
2013 wurden laut Amnesty insgesamt mindestens 778 Menschen (2012: 682) in 22 Ländern (2012: 21) hingerichtet und mindestens 1.925 Menschen (2012: 1.722) in 57 Ländern (2012: 58) zum Tode verurteilt.
"Auffallend an der aktuellen Statistik ist die Polarisierung zwischen der Fortsetzung des weltweiten Abschaffungstrends und einem alarmierenden Gegentrend", meinte dazu Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, in einer Aussendung am Donnerstag.
China inoffizieller "Hinrichtungsweltmeister"
Bei Staaten, in denen Menschenrechte grundsätzlich infrage gestellt würden, sei ein sehr schmerzlicher Anstieg der Hinrichtungen zu sehen, verwies er vor allem auf den Iran und den Irak. Die beiden Staaten sind beinahe alleine für den rund 15-prozentigen Anstieg der weltweiten Hinrichtungen verantwortlich. Amnesty schätzt, dass es im Iran weitere Hunderte offiziell nicht bestätigte Exekutionen gab.
"Völlig einzigartig bleibt China", so Patzelt. "Mit geschätzten Tausenden Exekutionen ist es absoluter Hinrichtungsweltmeister, wie in den vergangenen Jahren auch. Das genaue Ausmaß ist mit präzisen Zahlen nicht erfassbar, stellt aber jedenfalls ein Vielfaches der gesamten restlichen Welt dar."
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