Bunkerwohnung in Wien

Drogen-Koloss gesteht und muss vier Jahre in Haft

Gericht
09.12.2025 20:00

Mittels Spezialtransport wird der adipöse Angeklagte in den Gerichtssaal gebracht. Der 29-jährige Wiener soll von seiner Wohnung in Favoriten aus Suchtgifthandel im großen Stil betrieben haben. Dabei konnte er sein Zuhause aufgrund seines Gesundheitszustandes seit Jahren nicht mehr verlassen. 

Der Prozess startet verspätet. Der Transport des Mannes aus der Justizanstalt Korneuburg ins Landl dauerte länger als erwartet. Schließlich wird der 29-Jährige in den Saal gebracht, besser gesagt geschoben – in einem übergroßen Rollstuhl, begleitet von Justizwachebeamten, einer Pflegerin und seinem Verteidiger Philipp Wolm.

Kiloweise Drogen und zigtausende Euro Bargeld wurden in der Wohnung des Mannes sichergestellt.
Kiloweise Drogen und zigtausende Euro Bargeld wurden in der Wohnung des Mannes sichergestellt.(Bild: LPD Wien)

Zufallsfund Bunkerwohnung
Das starke Übergewicht macht dem angeklagten Drogen-Dealer seit seiner Kindheit zu schaffen: „Er wurde gehänselt und durch seinen Vater heruntergemacht“, leitet Wolms Kollege ein. „Mit 14 flüchtete er in den Cannabis-Konsum.“ Von der Staatsanwaltschaft wird dem Wiener Suchtgifthandel im großen Stil vorgeworfen – von seiner Wohnung im 10. Bezirk aus, die er aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr verlassen konnte. Im Zuge einer Observation stießen Beamte per Zufall auf die Bunkerwohnung, in der der Angeklagte lebte.

Philipp Wolm und Christian Werner verteidigten.
Philipp Wolm und Christian Werner verteidigten.(Bild: Eva Manhart)

Erinnerungslücken aus Angst?
„Ich hatte so sehr Angst davor, obdachlos zu werden“, begründet der Wiener, weshalb er sich auf die Drogenmachenschaften eingelassen hätte. Zu den Hintermännern hält er sich bedeckt – ebenfalls aus Angst, wie er sagt. Wo das viele Bargeld her sei, fragt Richter Patrick Aulebauer. „Weiß ich nicht.“ Die Geldzählmaschine? „Dazu kann ich nichts sagen.“ Wer die Drogen kiloweise und die vielen leeren Drogenverpackungen in die Wohnung brachte? „Kann ich auch nicht sagen.“

Vier Jahre Haft und ein Freispruch
Was er aber beteuert, ist, dass er sein Leben in den Griff kriegen will. In U-Haft habe er 50 der 300 Kilogramm, die er bei seiner Festnahme gewogen hatte, abgenommen. „Ich trainiere und ernähre mich gesund.“ Ein Programm, das er in den vier Jahren, zu denen er verurteilt wird, fortsetzen möchte. Während der mitangeklagte Mandant von Anwalt Christian Werner freigesprochen wird. Dieser habe lediglich bei der Pflege des Mannes geholfen.

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