Prozess in Innsbruck

Streit auf Baustelle endete mit gebrochener Nase

Tirol
03.03.2026 07:00

Zwei Arbeitskollegen ließen wegen einer alten Geldforderung auf einer Baustelle in Tirol die Fäuste sprechen. Vor dem Landesgericht in Innsbruck prallten nun zwei völlig unterschiedliche Versionen der Eskalation aufeinander.

Schaufel, Schöpser, Steine – das sind in diesem Fall die Zutaten für eine handfeste Eskalation auf einer Baustelle im Tiroler Oberland.

Alte Geschichte als Auslöser
Auslöser des Streits, der nun vor dem Innsbrucker Landesgericht endete, war offenbar ein offener Geldbetrag wegen eines Blechschadens auf einer anderen Baustelle. Nach einer zunächst harmlosen Rauferei soll einer der beiden Streithähne mit Steinen geworfen und schließlich zum Schöpser gegriffen haben. „Wenn ich mich nicht gewehrt hätte, wäre ich heute nicht mehr da“, sagte sein Kontrahent.

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Ich wollte mit der Schaufel in erster Linie die Steine abwehren und ihn auf Distanz halten.

Der Erstangeklagte

Diese von ihm als „Notwehr“ bezeichnete Reaktion bestand wiederum im Griff zur Schaufel. „Damit wollte ich in erster Linie die Steine abwehren und ihn auf Distanz halten“, so der Mann. Allerdings schlug er damit auch auf seinen Arbeitskollegen ein und brach ihm dabei die Nase. Wer aber tatsächlich der Aggressor war, ließ sich in der Verhandlung nicht eindeutig klären.

Erstangeklagter lehnte Diversion ab
Richter Michael Böhler entschied schließlich salomonisch und bot beiden Angeklagten eine Diversion an. Der „Steinewerfer“ übernahm Verantwortung für sein Handeln und akzeptierte das Angebot. Gegen ihn wurde das Verfahren mit einer einjährigen Probezeit eingestellt. Der Erstangeklagte lehnte die Diversion jedoch ab und wurde am Ende freigesprochen. „Wir gehen zu Ihren Gunsten von einer Notwehrsituation mit der Schaufel aus“, erklärte der Richter.

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