Nach Bahnhof-Blutbad
Chinesische Polizei fasst alle Tatverdächtigen
Die Polizei hatte vier Angreifer erschossen und eine Frau verletzt festgenommen. Die letzten drei flüchtigen Mitglieder einer achtköpfigen Terrorgruppe seien 40 Stunden später festgenommen worden, berichtete das Polizeiministerium am Montag nach Angaben der Staatsmedien. Die Gruppe habe aus sechs Männern und zwei Frauen bestanden. Am Tatort sei eine Flagge uigurischer Separatisten gefunden worden, berichtete die Polizei.
Schweigeminute in Peking
Viele Chinesen hatten auf die Gräueltat mit Empörung und Trauer reagiert. Die acht Angreifer hatten plötzlich mit langen Messern oder Macheten wahllos auf Wartende eingestochen. Die Behörden sprachen von einem "vorsätzlich und brutal ausgeführten terroristischen Überfall". Mit einer Schweigeminute eröffnete am Montag in Peking die politische Konsultativkonferenz ihre Jahrestagung. Das Beratergremium verdienter Persönlichkeiten tagt neben dem Volkskongress, der am Mittwoch seine jährliche Sitzung beginnt.
Ausländische Experten sprachen von einer neuen Qualität in der Spirale der Gewalt, die Xinjiang seit ein paar Jahren heimsucht. Der Anschlag wurde auch als mögliche Botschaft an die politischen Tagungen diese Woche in Peking interpretiert. Der Terrorakt sei Teil einer "schrittweisen Eskalation" der Angriffe von Uiguren, die sich bisher meist gegen Behörden in der nordwestchinesische Unruheregion selbst gerichtet hätten, sagte ein Terrorexperte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Er sprach von einer "natürlichen Weiterentwicklung".
Augenzeuge: "Sie stachen auf jeden ein, den sie sahen"
Augenzeugen beschrieben den Horror, als die teils schwarz gekleideten oder maskierten Täter auf sie losgegangen seien. "Die Angreifer stachen auf jeden ein, den sie sahen", berichtete ein Herr Tan der Zeitung "South China Morning Post". Eine Frau aus Sichuan beschrieb der Zeitung "Xinjingbao" einen Täter mit langen, zusammengebundenen Haaren. Die Angreifer hätten vor sich hingemurmelt, während sie auf ihre Opfer eingestochen hätten. "Die Menschen drängten sich an einer Stelle. Ich sah vier Männer, wie sie auf sie einstachen", sagte der Student Wang Dinggeng dem Blatt. "Es war schrecklich."
Wegen der Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit und den Chinesen gilt Xinjiang schon lange als Konfliktherd. Das Turkvolk fühlt sich durch die chinesische Fremdherrschaft politisch, religiös und kulturell unterdrückt. Die Regierung in Peking wirft Uiguren separatistische Bemühungen und Terrorismus vor. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten sich die Kommunisten das frühere Ostturkestan einverleibt
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