Was ÖBB und Verkehrsbünden nicht gelingen will, schafft die Kultur: Ein gemeinsames „KulturAbo Koralm“ sorgt für grenzenlosen Kunstgenuss zwischen Kärnten und der Steiermark.
Sonderlich weit lagen Kärnten und die Steiermark im Wesen ja nie voneinander entfernt, die Pack eine überwindbare Hürde. „Als ich in Graz tätig war, wurden mir Kärntnerwitze erzählt, in Klagenfurt viel später dann Steirerwitze – es waren dieselben Witze“, erinnert sich Aron Stiehl, Intendant des Stadttheaters Klagenfurt, schmunzelnd bei der Präsentation des „KulturAbos Koralmbahn“. „Beide Völker haben den gleichen Humor.“
Kunst kennt keine Grenzen. Auf den Schienen der Phantasie lassen sich Ziele erreichen, von denen viele nur träumen.

Ulrich Lenz, Intendant Oper Graz
Bild: Christian Jauschowetz
Mit dem gemeinsamen Abo – für vorerst vier Vorstellungen in der aktuellen Saison – rücken die beiden Länder auch kulturell näher zusammen. „Von der amüsanten Reise des ehemüden Orpheus in die Unterwelt bis zu Dantes getanzter Reise durch Inferno und Fegefeuer ins Paradies, von Nemorinos zauberhaftem Liebestrank bis zu Hoffmanns aus der Suche nach Liebe geschaffenen Zauberwelten reicht der theatrale Reiseplan, den die Oper Graz und das Stadttheater Klagenfurt allen Reisewilligen präsentieren“, macht Ulrich Lenz, Intendant der Oper Graz, Lust auf kulturelles Pendeln. „Und die Koralmbahn ist auch zuverlässiger als die Deutsche Bahn“, verspricht Stiehl.
Kultur und Kunst bringen unsere beiden Bundesländer zusammen. Mit dem Abo wird auch die kulturelle Infrastruktur nachhaltig gestärkt.

Aron Stiehl, Intendant Stadttheater Klagenfurt
Bild: Helge Bauer
Kulturgenuss inklusive Bahnfahrt und Öffis
Das Abo für die vier Vorstellungen beinhaltet aber nicht bloß fulminante Vorstellungen, auch die Bahnfahrt und die Anreise von und zu den Häusern – ohne Aufpreis. „Es war von der ersten Minute an ein Herzensprojekt, schließlich sind wir seit gut 50 Jahren auf beiden Seiten des Tunnels aktiv“, betont Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender der BKS. „Das Abo ist die erste konkrete Auswirkung der Koralm. Daher übernehmen wir die Kosten, hoffentlich stößt es auf viel Resonanz, wird zu einem Dauerprojekt.“ Die Vorstellungen sind so geplant, dass sich die Rückfahrt mit dem öffentlichen Verkehr problemlos ausgeht.
Auch die Politik beiderseits der Koralm zieht mit, ist begeistert. „Es geht darum, etwas zusammenzuführen, was lange zusammengehört“, so Karlheinz Kornhäusl, steirischer Kulturlandesrat, der einen Vorgänger zitiert. „Heimat ist Tiefe, nicht Enge.“ Sein Kärntner Gegenpart, Landeshauptmann Peter Kaiser, sieht auch persönliche Vorteile: „In nur sechs Stunden, inklusive Fahrzeit, kann ich die Göttliche Komödie genießen. Ich hoffe, dass viele diesen Tapetenwechsel nutzen können.“
Zusätzlichen Kulturgenuss versprechen vier Musiktheaterproduktionen in Graz, Klagenfurt, Laibach und Triest in den nächsten Monaten. „Es gibt Ermäßigungen und reservierte Sitze, aber hier kommt es auf die Eigeninitiative an“, animiert Kaiser. Infos dazu gibt es wieder an den Theaterkassen.
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