In Vorarlberg mussten heuer schon zahlreiche Rinder wegen Tuberkulose getötet werden. Bauern und Jäger stehen im Clinch. Auch Tirol bleibt Risikozone. Wie schaut die aktuelle Situation aus und was plant das Land?
In Vorarlberg mussten heuer bereits mehrere Bauernhöfe wegen der ansteckenden Krankheit Rindertuberkulose gesperrt und Nutztiere getötet werden. Die Aufregung ist groß. Landwirte und Jägerschaft stehen im Clinch. Die Bauern fordern mehr Abschüsse beim Rotwild, weil dieses als TBC-Überträger eine große Gefahr für Nutztiere darstellt. Die Tierseuche kann unter Umständen auch für Menschen gefährlich werden. Die Ansteckungsgefahr ist zwar nicht hoch, sie steigt aber bei längerem Kontakt mit infizierten Lebewesen.
In Tirol 5000 Tiere in 400 Betrieben überprüft
Auch Teile Tirols gelten seit Jahren als erhöhtes TBC-Risikogebiet. Landesveterinärdirektor Matthias Vill sieht aktuell aber keinen Grund zur Sorge. Die aktuellen Fälle bei den Nachbarn seien noch auf Ansteckungen in der vergangenen Almsaison zurückzuführen, führt der Fachmann aus. „In Tirol sind diese Kontrollen bereits abgeschlossen. Wir sind früher dran als Vorarlberg“, erklärt Vill.
Insgesamt seien 5000 Rinder aus 400 Betrieben überprüft worden. „Wir haben zwei positive Fälle in zwei Betrieben registriert und sofort entsprechende Maßnahmen gesetzt.“ Vor der nächsten Almsaison seien keine neuen Fälle zu erwarten. „Eine Streuung können wir derzeit ausschließen“, betont Vill.
In enger Abstimmung mit der Jägerschaft bereiten wir gerade notwendige Maßnahmen für heuer vor. Wir müssen weiterhin engmaschig kontrollieren.
Matthias Vill, Leiter Landesveterinäramt
Rotwildbestand sollte reduziert werden
Doch der Veterinäramtsleiter gibt mit Blick auf Vorarlberg zu bedenken, dass die Gefahr einer Ausbreitung in Tirol nicht gebannt ist: „Die Ansteckung erfolgt vor allem über das Rotwild. Deshalb bereiten wir in enger Abstimmung mit der Jägerschaft und diversen Behörden gerade die notwendigen Maßnahmen für heuer vor.“
Was Vill vor allem meint, sind Abschusspläne für Rotwild, damit sich die Population nicht ausbreitet. Das Landesveterinäramt würde sich eine Reduktion des Rotwildbestands wünschen. „Unser Bestreben sind etwas mehr Abschüsse, aber zumindest die Erfüllung bestehender Kontingente“, formuliert es der Landesveterinärdirektor vorsichtig. Immerhin hat es in der Vergangenheit auch hierzulande mit der Jägerschaft viel Streit um Abschusspläne gegeben. Es bestehe derzeit aber ein gutes Einvernehmen, betont Vill.
Als TBC-Gefahrengebiete gelten in Tirol vor allem das hintere Lechtal und das hintere Stanzertal. In der Grenzregion haben sich vermutlich auch betroffene Rinder aus Vorarlberg angesteckt. Vill: „Wir müssen wachsam bleiben und weiterhin engmaschig kontrollieren.“
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