Grüne warnen:

Zuverdienstverbot trifft nun auch Pflegefamilien

Innenpolitik
12.03.2026 17:21

Das Zuverdienstverbot bei Arbeitslosigkeit zieht immer weitere Kreise und trifft nun auch Pflegefamilien. Erste Fälle sind bereits in der Steiermark und in Oberösterreich bekannt – weitere sind zu befürchten, warnen die Grünen.

Die Unterstützung für Pflegeeltern ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. In einigen Ländern ist die Pflegeelternschaft als „Zweitanstellung“ organisiert. Verliert die Pflegemutter ihren Hauptjob, hat sie Anspruch auf Arbeitslosengeld. Seit dem 1. Jänner 2026 gilt jedoch das Zuverdienstverbot bei Arbeitslosigkeit. Betroffene müssen ihren Nebenjob aufgeben – sofern sie nicht unter eine der wenigen Ausnahmen fallen – oder auf das Arbeitslosengeld verzichten. Das trifft Pflegeeltern.

„Das derzeitige Zuverdienstverbot ist praxisfern und schlecht durchdacht. Es braucht eine grundlegende Reparatur – und bis dahin eine Aussetzung der Regelung“, so Grünen-Sozialsprecher Markus Koza.

Der grüne Sozialsprecher fordert von der Regierung Einlenken.
Der grüne Sozialsprecher fordert von der Regierung Einlenken.(Bild: Johannes Zinner)

In Oberösterreich, wo ein erster Fall bekannt wurde, verzichtete die Betroffene auf ihre geringfügige Beschäftigung. Der Verlust des Arbeitslosengeldes hätte für sie einen unverhältnismäßig großen finanziellen Schaden bedeutet und das Risiko von Armut erhöht, schildert Koza der „Krone“.

Der Fall zeige einmal mehr: „Das Zuverdienstverbot bei Arbeitslosigkeit ist schlecht durchdacht und geht an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei. Es nimmt Betroffenen wichtige Einkommensmöglichkeiten und schafft völlig unnötige soziale Härten.“ Die Grünen fordern daher, das Zuverdienstverbot umgehend auszusetzen und grundlegend zu überarbeiten, bis eine praktikable und sozial verträgliche Lösung vorliegt.

Trägerorganisationen sind alarmiert
„Pflegefamilien öffnen ihr Zuhause für Kinder in schwierigen Situationen – und werden dafür finanziell abgestraft. Das ist ein völlig falsches Signal an alle, die Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Uli Reimerth, Geschäftsführerin der steirischen Einrichtung „affido“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt