Bürgermeisteramt?

Pussy Riots können sich Gang in Politik vorstellen

Ausland
10.02.2014 15:01
Die Ende vergangenen Jahres aus der Lagerhaft entlassenen Aktivistinnen der russischen Punkband Pussy Riot erwägen einen Gang in die Politik. Zur Präsidentschaftswahl in Russland würden sie zwar nicht antreten, sagte Nadeschda Tolokonnikowa (re.) am Montag vor Journalisten in Berlin. Aber sie könnten sich demnach vorstellen, bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Moskau zu kandidieren.

Die Aktivistin und ihre Bandkollegin Maria Alechina (li.), die sich anlässlich der am Montagabend am Rande der Berlinale stattfindenden Gala "Cinema for Peace" in Berlin aufhalten, berichteten über ihre Organisation Zona Priva, mit der sie sich für die Verbesserung der Haftbedingungen in russischen Gefängnissen einsetzen wollen. Sie forderten, russische Gefängnisse unter internationale Beobachtung zu stellen. Die Misshandlung von Gefangenen müsse unter Strafe gestellt werden, forderte Tolokonnikowa.

"Wir haben Pussy Riot nie verlassen"
Angaben über eine Trennung von Pussy Riot dementierten sie. "Wir haben Pussy Riot nie verlassen", sagte Tolokonnikowa. Allerdings könnten sie nun keine Aktionen für die Gruppe mehr machen, denn diese fänden stets anonym statt. "Menschen mit offenen Gesichtern können nicht sagen, dass sie zu Pussy Riot gehören", so Alechina. "Unsere Gesichter sind jetzt offen."

Über angebliche Pussy-Riot-Mitglieder, denen zufolge die beiden Aktivistinnen nicht mehr zu der Punkband gehören, sagte Tolokonnikowa, sie wisse nicht, wer dies sei. Grundsätzlich könne jeder zu Pussy Riot gehören. Zu den Bandkolleginnen, die vor ihrer Festnahme Mitglieder von Pussy Riot waren, hätten sie weiterhin Kontakt.

Wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt
Tolokonnikowa, Alechina und ihre Bandkollegin Jekaterina
Samuzewitsch hatten im Februar 2012 an einem "Punkgebet" in einer Moskauer Kirche teilgenommen, das sich gegen den heutigen russischen Präsidenten Wladimir Putin richtete. Sie wurden darauf wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei, Tolokonnikowa und Alechina profitierten im Dezember von einer Amnestie.

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