10.02.2014 15:08 |

Riesige Spielwelt

Angespielt: Das kann "The Elder Scrolls Online"

Mit "The Elder Scrolls Online" steht eine der großen Online-Rollenspielhoffnungen 2014 in den Startlöchern. Im Quasi-Nachfolger des Einzelspieler-Hits "Skyrim" können Hobby-Abenteurer ab April alleine oder mit Freunden online die gigantische Fantasy-Welt Tamriel erkunden, böse Monster bekämpfen, handeln, handwerken und sich gegenseitig bekriegen. Wie sich das spielt, haben wir im Betatest ausprobiert.

Online-Rollenspieler finden sich am Beginn von "The Elder Scrolls Online" sofort zurecht, gilt es doch wie in den meisten anderen Vertretern des Genres, zunächst einen individuellen Helden zu erstellen. Drei Fraktionen und neun Rassen stehen dem Spieler dabei zur Wahl – von "normalen" Menschen über verschiedene Elfenrassen und Orks bis hin zu exotischeren Völkern wie der humanoiden Katzenrasse der Khajiit oder dem ebenfalls auf zwei Beinen laufenden Echsenvolk der Argonier.

Ist die Wahl auf ein bestimmtes Volk gefallen, muss aus bislang vier verschiedenen Klassen gewählt werden. Verfügbar sind derzeit Schurken, zweierlei Krieger und Zauberer. In der Beta haben wir uns an einem Khajiit-Zauberer versucht – und nach der Charaktererstellung, bei der so gut wie alle Details an der Spielfigur nach eigenem Gutdünken gestaltet werden können, gleich festgestellt: Unser Charakter ist tot.

Spieler startet tot im Kultisten-Gefängnis
Den Start von "The Elder Scrolls Online" erlebt der Spieler nämlich als Geist im Gefängnis eines bösen Kults. Einem Mitinsassen mit magischen Fähigkeiten, der sich plötzlich in die Zelle des Helden projiziert, ist es zu verdanken, dass der Spieler um sein tristes Schicksal weiß und sich an die Flucht machen kann. Mit etwas Unterstützung kämpft man sich in den ersten Spielminuten aus der Haft – und landet glücklicherweise lebendig in Tamriel, wo das Abenteuer seinen Lauf nimmt.

Je nach gespielter Rasse folgt dann ein unterschiedliches Startgebiet, in dem der Spieler erste Erfahrung sammelt. Erkundungs-, Boten- und Kampfaufträge bringen Erfahrung und ebnen den Weg für die ersten Levelaufstiege, die wiederum neue Fähigkeiten mit sich bringen. Kurzum: "The Elder Scrolls Online" spielt sich, wie man es von einem Online-Rollenspiel erwarten würde, behält dabei allerdings gewisse Eigenheiten des Solo-Vorbilds "Skyrim" bei.

Kampfsystem erinnert stark an "Skyrim"
Dazu zählt etwa das Kampfsystem. Gezielt wird mit der Maus, zugeschlagen und geblockt mit den Maustasten. Ab Stufe 15 darf der Spieler mit verschiedenen Waffen in den Kampf ziehen und diese während eines Scharmützels wechseln, wie es ihm beliebt. Bekämpft wird stets jener Gegner, der im Fadenkreuz des Spielers steht - mit Flächenzaubern auch seine Nachbarn. Eine Möglichkeit, eine Kreatur dauerhaft zu markieren, fehlt, was vor allem bei Kämpfen mit mehreren Gegnern für mehr Übersicht gesorgt hätte.

Auch sind die Kämpfe durch den Umstand, dass man Kampfsystem-bedingt oft in Bewegung ist, manchmal etwas chaotisch. Was im Einzelspieler-Modus von "Skyrim" funktioniert, muss also nicht zwangsläufig auch online immer eine gute Figur machen. Vor allem im späteren Spielverlauf – im Betatest konnten wir nur einen Bruchteil der Spielwelt besuchen – könnte das bei ausgedehnten Schlachten oder Gruppen-Dungeons zu Problemen führen. Auch, weil eine Schadensanzeige über den Gegnern fehlt und es generell schwierig ist, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.

Abwechslungsreiche Quests, hübsche Optik
Beim Questen in Tamriel waren wir angenehm überrascht. Aufträge à la "Töte zehn Hühner und bring ihre Eier" sind die Ausnahme, nicht die Regel. Meist gelingt es den Entwicklern tatsächlich, über die in anderen Online-Games oft langweiligen Quests spannende Geschichten zu erzählen und den Fortschritt des Spielers so angenehm abwechslungsreich zu gestalten. Fade Aufgaben, bei denen der Spieler zum Boten degradiert wird, gibt es zwar auch, alles in allem sorgten die meisten Aufträge beim Anspielen aber für Kurzweil. Nur etwas kürzere Laufwege wären schön gewesen.

Ein Lob verdient die optische Aufbereitung der Welt Tamriel. Bethesda und Zenimax ist es gelungen, trotz der enormen Weitläufigkeit von "The Elder Scrolls Online" einen beachtlichen Detailgrad zu liefern. In den Dörfern gehen vom Computer gesteuerte Figuren ihrem Tagwerk nach, die abwechslungsreiche Landschaft wird von etlichen mehr oder minder gefährlichen Tieren bevölkert und überall gibt es etwas zu entdecken. Dass sich die verschiedenen Gebiete optisch stark unterscheiden – mal rennt der Spieler durch üppige Savannen, mal durch frostige Einöden – sorgt für Langzeitmotivation. Auch die Charaktere wirken detailliert und lebensecht.

Vertonte Dialoge, atmosphärische Musik
Einen guten Eindruck hinterlässt auch der Sound von "The Elder Scrolls Online". Die Multiple-Choice-Dialoge im Spiel sind allesamt vertont und die Sprecher gut gewählt. Sich vor einem Auftrag durch fade Textboxen zu klicken, blüht Spielern von "The Elder Scrolls Online" also glücklicherweise nicht.

Während des Spielens gibt's zudem orchestrale Stücke auf die Ohren, die sich sehr gut in die Fantasy-Welt einfügen. Das Ambiente ist ebenfalls gut getroffen. Egal, ob Vogelgezwitscher oder das Rauschen von Wasser: Die Soundeffekte hauchen der Welt von Tamriel noch ein Stück mehr Leben ein.

Ersteindruck:Gut, aber noch unübersichtlich
Der oberflächliche Eindruck, den ein Besuch in der Beta von "The Elder Scrolls Online" vermitteln kann, ist letztlich ein guter. Das Spiel erinnert Kenner der Einzelspielervorlage optisch wie spielerisch zunächst stark an "Skyrim", was den Einstieg erleichtert. Abwechslungsreiche Quests, eine riesige Spielwelt und eine hübsche Verpackung tun ein Übriges, dass das Online-Rollenspiel einen guten Ersteindruck macht.

Ein paar kleine Schwächen gibt's vor allem in der Online-Komponente noch. Während das Questen alleine schon recht gut klappt, dürfte sich bei Gruppenspielern durch die fehlende Möglichkeit, Ziele dauerhaft ins Visier zu nehmen, und die daraus resultierende generelle Unübersichtlichkeit bei größeren Kämpfen mitunter Frust einstellen. Auch Schadensanzeigen sollte man Online-Rollenspielern zuliebe vor dem endgültigen Release Anfang April vielleicht noch einführen.

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