Es ist einer der Albträume aller Eltern: Das Kind schluckt ein Stück Spielzeug und droht zu ersticken. In „Helfen rettet Leben“, der neuen „Krone NÖ-Serie“, zeigen Experten von Rotem Kreuz und Samariterbund, wie man Kindern ebenso wie Erwachsenen richtig helfen kann.
Ein unbeobachteter Augenblick im Kinderzimmer, ein Stück Spielzeug im Mund – und plötzlich bleibt der Atem weg. Sekunden können nun über Leben und Tod entscheiden. Doch was ist zu tun, wenn ein Säugling, Kind oder Erwachsener zu ersticken droht? Viele Menschen geraten in Panik, dabei können einfache Handgriffe den entscheidenden Unterschied machen, wie Harald Radschopf (Samariterbund) und Georgia Praska (Rotes Kreuz) in der „Krone-NÖ“-Serie „Helfen rettet Leben“ erklären.
„Jeder von uns kann sich verschlucken, beim Reden, beim Essen oder beim Sport“, weiß Radschopf. Dann ist rasches Handeln angesagt. „Wenn einem wortwörtlich die Luft wegbleibt, kann das sehr schnell lebensbedrohlich sein“, ergänzt Praska. Doch wie erkennt man, ob jemand wirklich in Lebensgefahr schwebt – und was ist dann zu tun?
Wenn es plötzlich leise wird
Solange die betroffene Person hustet oder würgt, arbeitet der Körper auf Hochtouren, um den Fremdkörper loszuwerden. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren und zum Weiterhusten ermutigen. Bleibt das Husten ohne Erfolg oder bessert sich die Situation nicht, sollte sofort der Notruf 144 gewählt werden. Wird der Husten plötzlich stumm und die Person kann weder sprechen noch atmen, besteht akute Lebensgefahr. „Jetzt zählt jede Sekunde“, erklärt Radschopf.
Zunächst werden fünf kräftige Schläge mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter gegeben. Damit wird versucht, den Fremdkörper zu lösen. „Sollte diese Maßnahme nicht zum gewünschten Erfolg führen, folgen im nächsten Schritt fünf Oberbauchkompressionen, die sogenannten Heimlich-Manöver“, erklärt Praska.
So geht das Heimlich-Manöver
Bei dem nach dessen Erfinder, US-Arzt Henry Jay Heimlich, benannten Griff stellt man sich hinter die betroffene Person, umfasst sie mit beiden Armen und legt diese um den Oberbauch. Nach vorne gelehnt wird die Faust geballt und zwischen Bauchnabel und Brustkorb nach innen und oben gezogen. Das kann sowohl im Stehen als auch bei sitzenden Personen (z. B. im Rollstuhl) durchgeführt werden. „Die beiden Maßnahmen werden abwechselnd so lange durchgeführt, bis der Rettungsdienst eintrifft, die Situation sich bessert oder das Verschluckte wieder ausgespuckt wird“, so Praska.
Wenn der Heimlich-Handgriff angewendet wurde, muss jedenfalls eine Untersuchung im Krankenhaus durchgeführt werden, ob es zu Verletzungen gekommen ist. Kann die Verlegung durch die Maßnahmen nicht behoben werden, könnte es passieren, dass in weiterer Folge die Atmung aussetzt – dann muss mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Aufpassen bei Säuglingen
Bei Jugendlichen und Kleinkindern werden dieselben Griffe wie bei Erwachsenen angewendet. Aufpassen heißt es hingegen bei einem Säugling. Zwar werden auch dort zunächst fünf Rückenschläge zwischen die Schulterblätter empfohlen, danach wird das Baby aber auf den Rücken gelegt. Mit zwei Fingern wird fünfmal auf die Mitte des Brustbeins gedrückt.
Ziel der neuen „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. Im nächsten Teil geht es um das Stillen von Blutungen.
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